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Mittwoch, 27. Juni 2018 - 17:31 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Mordprozess Mörlheim: Wieder Revision eingelegt

Schon dreimal wurde der Mord an der alten Dame in Landau vor dem Landgericht verhandelt. Archivfoto: Iversen

Schon dreimal wurde der Mord an der alten Dame in Landau vor dem Landgericht verhandelt. Archivfoto: Iversen

Die beiden 26 und 31 Jahre alten Rumänen, die für den Raubmord an einer 86-Jährigen im Landauer Stadtteil Mörlheim zu lebenslanger Haft verurteilt worden sind, haben gegen das jüngste Urteil Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe eingelegt. Die Richter dort hatten die Akte schon einmal auf dem Tisch. Ob der Fall aber ein viertes Mal vor Gericht geht, darf bezweifelt werden. Am 21. Juni hat die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Landau das Urteil der 1. Großen Strafkammer vom 23. Februar 2017 vollumfänglich bestätigt. Die Männer waren unter dem Aspekt der „besonderen Schwere der Schuld“ zu lebenslanger Haft verurteilt worden, wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge. Der dritte Täter, ein 25-Jähriger, ist am 23. Februar dieses Jahres zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein vierter Mann ist untergetaucht. In der Nacht auf den 19. Mai 2016 hatten drei Männer die 86 Jahre alte Seniorin aus dem Bett geklingelt, sie mit Hilfe eines Elfjährigen dazu gebracht, das Fenster zum Hof zu öffnen, wodurch die Täter ins Haus gelangten. Sie traten und schlugen die alte Frau, die wenigen Stunden später an ihren schweren Verletzungen starb. Die Beute: 160 Euro Bargeld und Schmuck, für den die Männer 140 Euro bekamen.

Frage nach der besonderen Schwere der Schuld



Die 3. Große Strafkammer trat auf den Plan, weil die Pflichtverteidiger der Verurteilten, die Landauer Anwälte Alexander Grassmann und Ulrich Kempf, 2017 Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt hatten. Tatsächlich äußerten die Bundesrichter nach dem Studium des schriftlichen Urteils der Kammer unter dem damaligen Vorsitz von Urban Ruppert Bedenken. Sie strichen zwei der vier relevanten Mordmerkmale – nämlich Heimtücke und niedrige Beweggründe. Und stellten deshalb die Frage, ob die „besondere Schwere der Schuld“ noch schwer genug wiege. In diesem Fall kann ein Täter nicht nach 15 Jahren erstmals seine Freilassung beantragen. Außerdem war dem BGH der Umstand nicht deutlich genug gewürdigt, dass der 31-Jährige durch sein Geständnis die Festnahme der anderen Männer erst möglich gemacht hatte. Eine Kronzeugenregelung hätte das Urteil milder ausfallen lassen können.

Keine neuen Erkenntnisse im jüngsten Prozess



Doch der jüngste Prozess unter Vorsitz von Helmut Kuhs brachte keinen neuen Erkenntnisse, bestätigte vielmehr die juristische Einordnung der Kollegen am Landgericht. Grassmann und Kempf haben nun vorsorglich Revision eingelegt. Erst wenn das schriftliche Urteil vorliegt, werden sie ihre Eingabe begründen. Dann entscheidet der BGH, ob er die Revision zulässt. Es ist davon auszugehen, dass die Punkte, die im ersten Urteil bemängelt wurden, im zweiten Urteil ausführlich berücksichtigt sind, so dass Insider der Revision keine Erfolgsausschichten beimessen. |sas

 

 

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