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Sonntag, 28. Januar 2018 - 16:03 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Kandel: Rund 100 Rechte laufen mit

(Foto: Van)

Zur Gegendemo am Marktplatz sind rund 150 Menschen gekommen. Foto: Van Schie

Zur Gegendemo am Marktplatz sind rund 150 Menschen gekommen. Foto: Van Schie

(Foto: Van)

(Foto: Van)

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(Aktualisiert 19.25 Uhr) Überwiegend aus dem badischen Raum kamen die Teilnehmer der beiden Demonstrationen gestern Nachmittag in Kandel. Dem Aufruf eines Frauenbündnisses folgten etwa 1000 Menschen, darunter viele aus der rechten Szene. Die Gegendemonstration hatte etwa 120 Teilnehmer. Der Kandeler Marktplatz war am Sonntagnachmittag in zwei Hälften geteilt: Ein Barriere aus Polizeibussen trennte die Teilnehmer der Kundgebung vor der Stadthalle von der Gegendemonstration am anderen Ende des Platzes. Letztere beschränkten sich weitgehende auf „Nazis raus“ und „Haut ab“- Rufe, Pfeifen und Tröten. Der daraus entstehende Lärmwall sorgte dafür, dass die Redebeiträge des „Frauenbündnisses“ nur in nächster Nähe zu verstehen waren.

 

Auf dem Podest war Versammlungsleiter Marco Kurz dauerpräsent; die Rednerinnen wurden – soweit vernehmbar – nicht vorgestellt und stellten sich auch nicht selbst vor. Inhaltlich spielte die Tötung der 15-Jährigen Kandelerin durch ihren afghanischen Ex-Freund nur noch eine untergeordnete Rolle. Auch sonst war den Versuchen der Versammlungsleitung, so etwas wie eine Verankerung vor Ort zu simulieren, wenig Erfolg beschieden: Die „Merkel muss weg“-Sprechchöre fanden viel Widerhall, Parolen gegen den Verbandsbürgermeister Volker Poß (SPD) versandeten dagegen schnell.

100 Rechte unter den Demonstranten

 

Im Lauf der dreistündigen Kundgebung nahm die Zahl der Teilnehmer stetig ab und lag gegen Ende bei rund 500. Mit als erste setzte sich eine Gruppe von etwa 20 Hooligans aus Kaiserslautern ab. Sie bewegte sich in Richtung Verbandsgemeindeverwaltung, gefolgt von Bereitschaftspolizisten. Im Bereich der Jahnstraße wurde die Gruppe dann offenbar intensiv kontrolliert – dafür sperrte die Polizei sogar einen kleinen Straßenabschnitt. Die Polizei spricht von zirka 100 Angehörigen des rechten Spektrums, darunter auch polizeibekannte Personen. Neu war die starke Präsenz von Angehörigen der rechten Szene aus Zweibrücken/Pirmasens. Ansonsten waren schon wie bei „Trauermarsch“ am 2. Januar Angehörige fast des ganzen Spektrums der rechten Szene von der NPD bis zum „Dritten Weg“ vertreten. Nur die organisierte Karlsruher Szene trat nicht erkennbar in Erscheinung. Letzteres gilt auch für die Karlsruher Antifa.

Polizei zeigt Präsenz

 

Wobei auch bei der Gegendemonstration nur etwa 25 Teilnehmer aus dem Bereich Kandel kamen; an der Kundgebung des „Frauenbündnisses Kandel“ nahm allenfalls eine Handvoll Kandeler teil. Die Polizei zeigte überall in der Stadt Präsenz. Auf dem Marktplatz standen über 20 Mannschaftsbusse, auf dem Parkplatz des dm-Marktes in der Lauterburger Straße ebenfalls. Kräfte der Bereitschaftspolizei wurden von Beamten des Polizeipräsidiums Rheinpfalz unterstützt. Einsatztechnisch sei alles so verlaufen, wie man es sich vorgestellt habe, hieß es von der Polizei. Stand 18.30 Uhr wurde mitgeteilt, alles sei friedlich geblieben. Beide Demonstrationen hätten sich aufgelöst. |lap |tnc

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