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Freitag, 06. April 2018 - 12:28 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Kandel: Fünf Demos abgesagt

 Foto: dpa

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[Aktualisiert 16.55 Uhr] Im Zusammenhang mit dem Tod des Mädchens Mia waren für diesen Samstag in Kandel zunächst neun Versammlungen angemeldet worden. Das sagten Sprecher des Polizeipräsidiums Rheinpfalz und der Kreisverwaltung Germersheim am Freitagmittag auf Anfrage. Am Abend wurde bekannt, dass fünf Veranstalter ihre Versammlungen wieder abgesagt haben.

Zunächst nur drei Demos angemeldet



Zunächst war nur bekannt, dass für den Samstag drei Demonstrationen von Vertretern verschiedener Lager angemeldet wurden. Dazu wurden insgesamt bis zu 600 Teilnehmer erwartet. Dem bürgerlich-rechten bis rechtspopulistischen Spektrum zugerechnet wird eine Aktion unter dem Motto „Migrationspolitik, Innere Sicherheit“, zur selben Zeit will ein dem linken Lager zugerechnetes „Männerbündnis Kandel“ unter dem Motto „Bürgerrechte statt rechte Bürger“ demonstrieren. Eine dritte Aktion steht unter dem Motto „Keine Instrumentalisierung bzw. kein Missbrauch des Falls Mia aus Kandel in der Stadt Kandel“.

Sechs weitere Demos angemeldet



Am Freitagnachmittag hatte die Stadt mitgeteilt, dass fünf Veranstaltungen zu folgenden Themen angemeldet wurden: „Raven für Vielfalt“, „Nazis auf´s Abstellgleis“, „Es besteht Klärungsbedarf“, „TierRechte – oder Rechte im Tierschutz“ und „Mahnwache gegen Waffenexporte“. Erwartet wurden jeweils 15 bis 20 Demonstranten. Die Versammlungen wurden per Bescheid alle auf dem Bahnhofvorplatz platziert. Alle waren für die Zeit von 13 bis 17 Uhr angemeldet.

Die Versammlung „Kandel Nazifrei – kein Ort für Hass und Hetze“ sollte in der Bahnhofstraße/Ecke Dierbachweg stattfinden. Dort wurden ebenfalls 20 Teilnehmer erwartet.

Anmelder machen Rückzieher



Wegen der Verlegung an den Bahnhof haben am Freitagabend allerdings fünf Anmelder ihre Veranstaltungen aus Protest wieder abgesagt. Übrig bleiben somit die Aktionen „Migrationspolitik, Innere Sicherheit“, „Männerbündnis Kandel“ („Bürgerrechte statt rechte Bürger“), „Keine Instrumentalisierung bzw. kein Missbrauch des Falls Mia aus Kandel in der Stadt Kandel“ sowie „Nazis auf´s Abstellgleis“.

Keine Anmeldungen aus Kandel



Ein Sprecher der Verbandsgemeinde Kandel sagte, das Bündnis „Wir sind Kandel“ werde diesmal nicht demonstrieren. Der von Kandeler Bürgern initiierte Zusammenschluss hatte am 24. März etwa 2000 Demonstranten mobilisiert, darunter Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Nach Angaben des Sprechers wurde keine der Versammlungen von Bürgern aus Kandel angemeldet. Die Menschen hofften nun auf weniger Teilnehmer als bei vorherigen Aktionen und auf einen friedlichen Verlauf.

Acht Polizisten verletzt



Seit dem Tod des Mädchens Ende Dezember kommt es in Kandel immer wieder zu Demonstrationen von rechtspopulistischen Gruppen sowie zu Gegendemonstrationen. Die 15-Jährige war mutmaßlich von ihrem Ex-Freund erstochen worden, einem Flüchtling aus Afghanistan. Am 24. März waren in Kandel acht Polizisten bei Auseinandersetzungen mit der linken Antifa leicht verletzt worden. |dpa/lap