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Freitag, 23. August 2019 - 11:22 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Kaiserslautern: Ministerium favorisiert ADAC als Anbieter für den Rettungshubschrauber

„Red nose“ am Himmel über der Westpfalz könnte bald Geschichte sein: Die Johanniter konnten das Ministerium im Bieterverfahren nicht überzeugen. Mainz favorisiert das Angebot des ADAC. Foto: VIEW

„Red nose“ am Himmel über der Westpfalz könnte bald Geschichte sein: Die Johanniter konnten das Ministerium im Bieterverfahren nicht überzeugen. Mainz favorisiert das Angebot des ADAC. Foto: VIEW

Eine Vorentscheidung ist gefallen: Das Mainzer Innenministerium beabsichtigt, den ADAC übergangsweise bis Mitte 2020 mit den Rettungsflügen in der Westpfalz zu beauftragen. Das teilte Ministeriumssprecherin Sonja Bräuer am Freitagmorgen mit.

Johanniter und DRF können nicht überzeugen

Die Johanniter Luftrettung, die seit Oktober 2018 von Sembach aus mit dem „Air Rescue Pfalz“ über 1000 Einsätze geflogen hat, konnte das Ministerium ebenso wenig überzeugen wie die DRF als dritter Bewerber im Bieterverfahren. „Die ADAC Luftrettung gGmbH hat das annehmbarste Angebot in dem Vergabeverfahren abgegeben“, berichtete Bräuer. „Es sieht den Einsatz eines hochmodernen Intensivtransporthubschraubers und ein gutes Personal- und Organisationskonzept bei vergleichsweise günstigen Kosten vor.“

Bei der Bewertung der drei Angebote schlugen das Zuschlagskriterium „Qualität des Durchführungskonzepts“ mit 70 Prozent, die „Kosten der Leistungserbringung“ mit 30 Prozent zu Buche, erläuterte sie die Gewichtung. Alle Kriterien seien den Bietern zu Beginn des Vergabeverfahrens bekannt gemacht worden. Das Angebot der Johanniter-Unfall-Hilfe, die sich zusammen mit dem Nachunternehmer Heli-Flight GmbH & Co. KG an dem Vergabeverfahren beteiligt hatte, habe vor allem bei der qualitativen Bewertung Abschläge gegenüber dem Angebot der ADAC Luftrettung gGmbH hinnehmen müssen, so Bräuer weiter. „Das Angebot der DRF Stiftung Luftrettung gAG konnte vor allem hinsichtlich der Kosten der Leistungserbringung nicht mit den Angeboten der beiden anderen Bieter mithalten.“ Johanniter und DRF seien am Donnerstag über die Gründe für die Nichtberücksichtigung ihrer Angebote informiert worden.

Zuschlag erst ab September

Der offizielle Zuschlag in dem Vergabeverfahren werde jedoch „nicht vor dem 2. September“ erteilt, um der Johanniter-Unfall-Hilfe und der DRF die Möglichkeit zu geben, gegen die Vergabeentscheidung „Rechtschutzmöglichkeiten“ in Anspruch zu nehmen, sprich Widerspruch einzulegen.

Der ADAC-Hubschrauber soll im Rettungsdienstbezirk Kaiserslautern, der die Landkreise Kusel, Kaiserslautern, Donnersberg sowie die Stadt Kaiserslautern umfasst, stationiert sein, teilt Bräuer auf Anfrage weiter mit. Zum genauen Standort, konnte die Ministeriumssprecherin am Freitag noch nichts sagen. „Aus vergaberechtlichen Gründen kann der genaue Standort erst bekannt gegeben werden, wenn der Zuschlag erteilt ist.“ Sechs bis acht Wochen nach der Zuschlagserteilung werde der neue Anbieter seinen Dienst aufnehmen.

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