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Pfalz-Ticker

Herbes Jahr für Pfälzer Kartoffelbauern

Die Erzeugergemeinschaft Pfälzer Grumbeere musste im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 37 Prozent verschmerzen. Foto: Kunz

Die Erzeugergemeinschaft Pfälzer Grumbeere musste im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 37 Prozent verschmerzen. Foto: Kunz

Die Ernte 2017 war gut. Trotzdem brach den Pfälzer Frühkartoffel-Erzeugern im vergangenen Jahr der Umsatz weg. Ursache war ein unerwartetes Überangebot spanischer Frühkartoffeln zur falschen Zeit.„Wir hatten sehr zeitig Frühkartoffeln in sehr guter Qualität verfügbar. Aber paradoxerweise wollte der Handel sie nicht haben“, sagt Georg Riede, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Pfälzer Grumbeere. Ihr gehören 300 kartoffelanbauende Betriebe in der Pfalz und den angrenzenden Regionen in Rheinhessen an. Die Pfälzer Landwirte haben aus klimatischen Gründen üblicherweise einen Erntevorsprung bei den Frühkartoffeln gegenüber der Konkurrenz in anderen Teilen Deutschlands. Auf dem Erntehöhepunkt Ende Juni bis Mitte Juli dominieren die Pfälzer Erzeuger für eine kurze Zeit von drei bis vier Wochen den Markt in Deutschland.

Unerwartetes Überangebot aus Andalusien



Doch in diesem Jahr machte ihnen unerwartete Konkurrenz einen Strich durch die Rechnung. Ein Überangebot an Frühkartoffeln aus Spanien habe im Juni und Juli im Lebensmitteleinzelhandel bundesweit „viele Regale verstopft“, teilte die Erzeugergemeinschaft mit. Dadurch hätten die Verbraucher die Frühkartoffeln aus deutschem Anbau erst sehr viel später kaufen können, obwohl sie bereits zur Verfügung standen. Der Einzelhandel deckte seine Nachfrage nämlich zunächst überwiegend aus dem spanischen Angebot.

Immenser Preisverfall



„Es kam zu einem Preisrutsch bei den Erzeugerpreisen, den wir in dieser Form noch nicht erlebt haben. Zum Ende der Haupternte – Mitte Juni bis Mitte Juli – lag der Einkaufspreis für den Handel bei nur noch 15 Euro für einen Doppelzentner vorwiegend festkochender Ware“, erläutert Riede. Der Umsatz der Erzeugergemeinschaft mit Frühkartoffeln erreichte 2017 daher nur 19 Millionen Euro. Das waren 37 Prozent weniger als der Umsatz im Vorjahr von 30 Millionen Euro. Zum Vergleich: Ihren höchsten Umsatz erzielte die Erzeugergemeinschaft 2013 mit fast 43 Millionen Euro, der niedrigste Wert in den vergangenen 20 Jahren lag 2005 bei 11,8 Millionen Euro. Entsprechend bewertet die Erzeugergemeinschaft den Umsatzrückgang 2017 als herb, den Preisverfall als immens und das Geschäftsjahr als unbefriedigend. Die Pfälzer Frühkartoffel-Bauern ziehen erst jetzt ihre Jahresbilanz für die Saison 2017, weil nun die Rückmeldungen aller Abpackbetriebe vorliegen.

„Damit hat keiner gerechnet“



Ein Kartoffelmarkt-Experte des Bonner Dienstleisters Agarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) erläutert, 2017 sei in Andalusien wegen hoher Erträge eine riesige Frühkartoffelernte eingefahren worden. Die Erntemenge erreichte mehr als 220.000 Tonnen, das waren 43 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit habe keiner gerechnet, selbst die Experten in Andalusien nicht, erläutert der AMI-Fachmann. Das große Angebot habe dann einen erheblichen Preisverfall ausgelöst. Auch die Pfälzer Frühkartoffel-Erzeuger ernteten mehr. Die Erntemenge fiel 2017 mit 91.200 Tonnen um 12,9 Prozent größer aus als im Vorjahr. Die Anbaufläche bewegt sich seit Jahren bei 4000 Hektar. Für Georg Riede haben die 300 kartoffelanbauenden Betriebe damit „einen tollen Job gemacht“ und den natürlichen Erntevorsprung der Region voll ausgespielt. Doch der Handel wollte die frühen Top-Qualitäten nicht haben, weil er sich überwiegend aus dem spanischen Angebot versorgte. |oli

 

 

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