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Dienstag, 10. Juni 2014 Drucken

Frankenthal

Heizöl verschmutzt den Rhein

Intersnack-Werk Petersau als Verursacher ermittelt – Polizei geht von technischem Defekt aus

Rund 10.000 Liter Heizöl sind am Sonntag über eine Abwasserleitung vom Werk Petersau des Kartoffelchipsherstellers Intersnack in den Rhein gelangt. Wasserschutzpolizei und Unternehmen gehen von einem technischen Defekt als Ursache aus.

 

Die Ölfahne sei zwischen 17.20 und 21.30 Uhr durch ein Abwasserrohr in den Rhein gelangt, informierte gestern die Wasserschutzpolizei Ludwigshafen. Die Feuerwehr Frankenthal habe weitere Verunreinigungen durch „Abschiebern“ der Kanalisation stoppen können.

Personen seien nicht zu Schaden gekommen, teilte auf Nachfrage eine Sprecherin des Unternehmens mit. Intersnack habe bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag „alle Abwasserleitungen, die vom Werksgelände zum Rhein führen, fachgerecht durch ein Entsorgungsunternehmen reinigen lassen“. Es sei sichergestellt, dass kein weiteres Heizöl in den Rhein gelangen könne. „Wir bedauern diesen Vorfall außerordentlich und sichern den Behörden auch weiterhin unsere volle Unterstützung bei der Klärung zu“, erklärte die Sprecherin. Zu weiteren Einzelheiten wollte sie sich nicht äußern. Die Abläufe müssten noch untersucht werden, sagte sie.

Nach Angaben von Karl Metzdorf, Leiter des Bereichs Ordnung und Umwelt der Stadt Frankenthal, gibt es auf dem Intersnack-Gelände zwei größere Tanks „mit Restbeständen von Heizöl“. Dieses Öl sei früher für die Produktion gebraucht worden. Von den Tanks führe eine Ölleitung mit Pumpe zu einem weiteren Vorratsbehälter auf dem Dach. Von dort sei das Öl früher „durch das natürliche Gefälle“ zu den Brennern im Produktionsbereich gelaufen.

In dieser „seit Längerem stillgelegten“ Anlage sei am Sonntag die Ölpumpe angesprungen. Warum, sei unklar. Er persönlich denke, „dass Sabotage nicht völlig auszuschließen ist“, sagte Metzdorf. Dies hätten Polizei und Staatsanwaltschaft näher zu untersuchen.

Im Werk habe zu diesem Zeitpunkt niemand mehr gearbeitet. Durch den fortgesetzten Pumpbetrieb sei das Öl über die Entlüftung aus dem Dach-Vorratsbehälter ausgelaufen und über die eigentlich nur für Regenwasser vorgesehene Kanalisation in den Rhein gelangt.

Die Feuerwehr habe den weiteren Durchfluss dann gestoppt, so Metzdorf. Aus dem Abschnitt zwischen Intersnack-Werk und Rhein seien über 11.000 Liter abgepumpt, die Leitungen seien anschließend gereinigt worden. (spi)

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