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Mittwoch, 04. November 2015 Drucken

Bad Dürkheim Land

Freier Funk in der City

Neustadt: Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft baut Freifunk-Netzwerk auf – Mehrere Router bereits installiert

Von Steffen Gall

 

Setzen große Hoffnung in das Freifunk-Projekt: Wirtschaftsfördererin Anna-Lena Schatten und Informatiker Daniel Beuter. ( Foto: Linzmeier-Mehn)

Kostenloses Internetsurfen für alle: Die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Neustadt hat in Zusammenarbeit mit der Initiative Freifunk die ersten Router in Neustadt installiert. Ziel ist ein dicht geknüpftes Netz, das Bürgern und Touristen zugute kommen soll.

 

Ein halbes Dutzend Zugangsgeräte, also Router, sind seit zwei Wochen installiert. Geht es nach Anna-Lena Schatten, der Geschäftsführerin der städtischen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG), sollen die nächsten möglichst schnell folgen. Die ersten Schritte sind getan, um Neustadt zum Freifunker-Gebiet zu machen. Wer jetzt an kostenlose Funkgeräte denkt, liegt natürlich falsch: Mit Hilfe der in ganz Deutschland aktiven und wachsenden Initiative Freifunk soll in Neustadt im besten Fall ein flächendeckendes und auf jeden Fall kostenloses WLan-Netz entstehen. Wie in der Oktober-Sitzung des Stadtrats angekündigt, ist der Anfang gemacht. Ein Router sendet seine Signale aus dem Rathaus, weitere fünf hängen bei Mitgliedern der Unternehmer-Gemeinschaft Willkomm am Netz. Erkennt einer der Freifunk-Router einen anderen, verbindet er sich automatisch mit ihm – so kann ein dicht geknüpftes Netz entstehen, wenn genügend von den Kästchen im Stadtgebiet installiert werden. Willkomm-Mitglieder erhalten einen Router für den Vorzugspreis von 20 Euro, ansonsten sind 30 Euro zu bezahlen. Weitere Kosten fallen nicht an, denn Freifunk ist kein sogenannter Internetprovider, sondern eine nicht-kommerzielle Initiative. Ihr Ziel ist es, freie und unabhängige Netzwerke aufzubauen, zu der jedermann Zugang hat. „Demokratisierung der Kommunikationsmedien und Förderung lokaler Sozialstrukturen“ steht auf den Freifunk-Fahnen.

Wenn genügend Händler, Gastronomen oder auch Privatpersonen einen Freifunk-Router bei sich installieren, kann Neustadt schnell zum WLan-Paradies werden. Interessant ist das Ganze natürlich für Geschäfte oder auch Restaurants, in denen Kunden gewisse Wartezeiten haben – ihnen steht dann ein kostenloser WLan-Zugang zur Verfügung. Da die Reichweite nicht an der Ladentür endet, kann aber auch auf Straßen und Plätzen zum Nulltarif gesurft werden. Ein Anmelden ist nicht erforderlich: Wenn Smartphone, Notebook oder Tablet-PC das Freifunk-Netzwerk erkennen (freifunk-weinstrasse), reicht ein Klick – und die Verbindung steht. Und zwar zeitlich unbegrenzt mit etwa acht Megabit pro Sekunde. Damit würde Neustadt nicht nur bei seinen Bürgern, sondern auch bei Touristen punkten. „Wenn wir eine gewisse Abdeckung erreicht haben, können wir damit verstärkt werben“, sagt Schatten. Und hat auch Hotels sowie Anbieter von Fremdenzimmern im Blick, die ihren Gästen damit einen guten Service bieten könnten.

Es sei sozusagen „ein paralleles Netzwerk zum Internet“, sagt Daniel Beuter, der der WEG und allen Interessenten als Freifunk-Ansprechpartner für den Bereich Neustadt mit Rat und Tat zu Seite steht. Er hilft auf Wunsch auch bei der Installation der Router und spielt gerne die kostenlose Software (Open Source) auf, die notwendig ist, um Freifunk zu empfangen. Ihm ist bewusst, dass sich viele fragen werden, wie es um die Sicherheit ihrer Daten bestellt ist. Schließlich hängt der Router doch am Netzwerk im eigenen Haus. Und auf den Rechnern in Geschäften und Restaurants sind meist sehr sensible Daten gespeichert – Stichwort Buchführung. Beuter beruhigt: „Freifunk ist komplett entbunden vom bestehenden Netzwerk. Es gibt überhaupt keine Möglichkeit, aus dem Freifunknetzwerk nach außen zu kommen.“

INFO

Informationen gibt es bei der Wirtschaftsfördererin Anna-Lena Schatten unter Telefon 06321 8900920 und im Internet unter freifunk-weinstrasse.de

 

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