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Donnerstag, 14. Juni 2018 Drucken

Pfalz-Ticker

Frankenthaler Babymord-Prozess: Mit Kokain gelockt

Von Christoph Hämmelmann

Die Polizisten taten so, als brächten sie ihm, was er schon die ganze Zeit verlangte: Kokain. (Symbolbild: dpa)

Im Juni 2014 drohte der jetzige Angeklagte des Frankenthaler Babymord-Prozesses damit, sich selbst in den Tod zu stürzen. Am Donnerstag hat ein Zeuge beschrieben, mit welchem Trick Elitepolizisten den Mann damals überwältigten.

Fast drei Stunden sollte es dauern, bis die Helfer den jungen Vater vor sich selbst gerettet hatten. An einem Juni-Tag im Jahr 2014 drohte er damit, sich aus dem fünften Stock eines Frankenthaler Hauses zu stürzen. Und Beamte versuchten, mit ihm zu reden und ihn so davon abzuhalten. Was konkret der angeblich lebensmüde Mann erzählte, kann einer der damals eingesetzten Polizisten nun nicht mehr so genau berichten. Um die Trennung von seiner Frau sei es ihm wohl gegangen. Und um die Liebe zu seinen Kindern.

 

Klar ist aber auch: Wenig später zog der Frankenthaler mit einer neuen Partnerin zusammen. Mit ihr bekam er schließlich auch eine weitere Tochter. Doch Senna wurde nur zwei Monate alt, im Mai 2016 ging ihr Vater mit dem Messer auf seine Partnerin los. Und dann ließ er das Baby vom Balkon in den Tod stürzen. Also steht er nun als mutmaßlicher Mörder seiner eigenen Tochter vor Gericht. Zu klären ist im Prozess zum Beispiel, inwieweit er in jener Schreckensnacht überhaupt noch Herr seiner Sinne war.

Vor der Tat Kokain geschnupft

 

Denn vor seiner Tat hatte er jede Menge Kokain geschnupft. Was ein Grund für eine mildere Strafe sein dürfte. Doch der Rabatt könnte schmelzen, wenn der Angeklagte schon aus Erfahrung wissen musste, dass ihn die Droge austicken lässt. So schließt sich der Kreis zu seiner Selbstmord-Drohung im Juni 2014. Denn auch da war er im Kokain-Rausch. Und der damals eingesetzte Polizist berichtet: Mal konnte man gar nicht mit dem Mann sprechen, dann wieder wirkte er schlagartig vernünftig.

 

Doch Worte halfen trotzdem nicht, am Ende überwältigten ihn Polizisten des Spezialeinsatzkommandos (SEK). Denn sie taten so, als brächten sie ihm, was er schon die ganze Zeit verlangte: ein neues Kokain-Päckchen.

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