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Donnerstag, 06. April 2017 Drucken

Kusel

Föckelberg: Fischadler von Windrad verletzt

Von Eric Sayer

 

Der Fischadler wurde wahrscheinlich durch die Druckwelle eines Windrades verletzt, hat sich aber mittlerweile gut erholt. ( Foto: Sayer)

Eigentlich ist seine Art bei uns ausgestorben – doch zurzeit wird im Wildpark Potzberg ein Fischadler gepflegt, der von einem Windradverletzt wurde.

Wildparkbetreiber Harald Schauß ist seit fast vier Jahrzehnten als Falkner tätig. Immer wenn im Landkreis und darüber hinaus ein verletzter Vogel aufgefunden wird, ist Schauß die erste Anlaufstelle. Wie der Falkner berichtet, rief am vergangenen Wochenende die Polizei an und bat ihn, einen verletzten Greifvogel in seine Obhut zu nehmen. Ein Jäger habe das Tier, vermutlich einen Adler, unterhalb eines Windrades gefunden.

„Ein Adler? Das wird wohl wieder ein Bussard sein“, dachte sich Schauß. Da im Wildpark am Samstag Hochbetrieb herrschte, konnte er nicht selbst nach Meisenheim fahren. Wildparkbesucher hätten ihre Mithilfe angeboten und den Greifvogel zum Wildpark gebracht, sagte Schauß.

Doch als der Wildparkbetreiber den Greifvogel zum ersten Mal sah, konnte er es nicht fassen. Denn es war tatsächlich ein Adler – und zwar ein Fischadler. „Ich bin seit 37 Jahren Falkner und habe das letzte Mal vor 20 Jahren einen Fischadler gesehen“, erinnerte sich Schauß. Fischadler habe es in unserer Region mal gegeben, zuletzt im Dahner Felsenland. Sie seien aber nicht mehr da. In Mitteleuropa kommt die Art nur in Deutschland und Polen vor, in Deutschland ist die Verbreitung weitgehend auf die neuen Bundesländer beschränkt.

„Der Fischadler ist ein Zugvogel. Wahrscheinlich hat er sich auf der Heimreise in die neuen Bundesländer verletzt“, glaubt Schauß. Eine Fleischwunde am Flügel und ein blutunterlaufenes linkes Auge seien vom Tierarzt festgestellt worden. „Die Verletzungen hat sich der Fischadler durch die Druckwelle eines Windrades zugezogen“, ist sich Schauß sicher. Wäre er mit den Rotorflügeln in Berührung gekommen, hätte er den Zusammenstoß nicht überlebt.

Zunächst habe er nicht geglaubt, dass der Greifvogel überhaupt eine Nacht überleben könne – nicht zuletzt weil das Tier anfangs die Nahrungsaufnahme verweigert habe. Mittlerweile habe sich das Tier aber gut erholt. Der Falkner geht davon aus, dass es einige Wochen dauert, bis der Fischadler wieder gesund ist. „Wenn er keine bleibenden Schäden davonträgt, werde ich ihn wieder in die Freiheit entlassen“, erklärt Schauß.