Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Montag, 11. Juni 2018 - 18:00 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Fall Susanna: Weniger Demonstranten kommen nach Mainz

Ein Polizist schützt die Mahnwache "Kandel ist überall" vor den Gegendemonstranten in Mainz. Foto: dpa

Ein Polizist schützt die Mahnwache "Kandel ist überall" vor den Gegendemonstranten in Mainz. Foto: dpa

Rund 150 statt der angekündigten 200 Personen versammelten sich am Montagabend am Mainzer Gutenbergplatz zu einem stillen Gedenken an die getötete Susanna aus Mainz. Darunter waren Kommunal- und Landespolitiker. Der DGB und die beiden Kirchen hatten zu der Veranstaltung aufgerufen, bei der weder Fahnen noch Transparente erwünscht waren. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling sprach den Eltern des Mädchens sein Beileid aus. Gleichzeitig warnte Ebling davor. „mit vordergründigen Argumenten die offene Gesellschaft in Frage zu stellen“. Gerichtet war diese Warnung an das Bündnis „Kandel ist überall“, dass keine 100 Meter weiter auf dem Marktplatz mit 35 Personen eine Mahnwache abhielt. Angemeldet waren 50 Teilnehmer.

Gegen Demonstranten aus Kandel



Rund um die von der Polizei gesicherten Absperrgitter versammelten sich rund 120 Gegendemonstranten. Sie skandierten: „Verpisst euch nach Kandel, das hier ist Mainz.“ Nach Polizeiangaben war diese Demonstration nicht angemeldet, aber erwartet worden. Die 14-jährige Schülerin Susanna, die Mitglied der jüdischen Gemeinde Mainz war, wurde laut Staatsanwaltschaft in der Nacht zum 23. Mai getötet und an einer Bahnstrecke in Wiesbaden-Erbenheim vergraben. Die Leiche wurde vergangene Woche gefunden. Tatverdächtig ist ein 20-jähriger irakischer Flüchtling. Er hatte sich Anfang Juni mit seiner Familie in den Nordirak abgesetzt, ist inzwischen aber wieder in Deutschland und hat laut Sicherheitsbehörden die Tötung gestanden. Eine Vergewaltigung bestreitet er. Der Obduktionsbericht liegt noch nicht vor, sagte Oberstaatsanwältin Christina Gräf auf Anfrage. |kad

 

 

Pfalz-Ticker