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Freitag, 18. Januar 2019 - 14:53 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Dreyer verteidigt Menasse als Träger der Zuckmayer-Medaille – CDU bleibt fern

Robert Menasse soll am Freitagabend die Zuckmayer-Medaille des Landes verliehen werden. Foto: dpa

Robert Menasse soll am Freitagabend die Zuckmayer-Medaille des Landes verliehen werden. Foto: dpa

In der Auseinandersetzung um die Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille an den österreichischen Schriftsteller Robert Menasse (64) hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitag den Preisträger bei der Begrüßung verteidigt. Es sei ihre Lebenshaltung, dass sie es annehmen könne, wenn Menschen Fehler eingestehen. Es sei klar, dass man sich im politischen Diskurs an Fakten halten müsse, aber umgekehrt „leben wir auch davon, dass Menschen großartige Literatur schreiben“, sagte Dreyer. Menasse hatte dem ersten EU-Kommissionspräsidenten Walter Hallstein (CDU) Zitate zugeordnet, die dieser so nicht gesagt hatte. Außerdem hatte er Hallsteins Antrittsrede als Kommissionspräsident nicht nur im Roman nach Auschwitz verortet, sondern dies auch als Tatsache im realen Diskurs dargestellt. Dafür hat er sich in der vorletzten Woche entschuldigt. Beim Empfang im Gästehaus der Landesregierung in Mainz sagte er: „Der Schock, den diese Debatte ausgelöst hat, wird sicher dazu beitragen, dass mir dieser Fehler nicht noch einmal unterläuft. Aber ich will mich auch nicht noch Tausend Mal dafür entschuldigen müssen.“Menasse betonte, er habe nichts verfälscht. „Zum Fälschen gehört Absicht, die hatte ich nicht.“ Die Verortung der Rede nach Auschwitz habe er vom Hörensagen, sagte Menasse bei anderer Gelegenheit. Am Freitag räumte er ein: „Als ich die Geschichte mit Hallstein in Auschwitz erfahren habe, ist mir schon klar gewesen, dass das kaum möglich gewesen sein kann. Aber ich habe sofort gewusst, das muss in meinen Roman rein als ein ganz starkes Symbol.“ Es vereine den Schwur „Nie wieder Auschwitz“ und die Befriedung Europas. Die Preisverleihung ist am Freitagabend im Staatstheater Mainz vorgesehen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Christian Baldauf, bezeichnete die Verleihung als einen schweren Fehler. „Gerade Repräsentanten des Staates sollten verantwortungsvoll für Wahrheit im öffentlichen Diskurs einstehen“, sagte er. Mit der Auszeichnung an den österreichischen Schriftsteller verlasse Dreyer diesen Grundsatz. Nach Angaben eines Fraktionssprechers werde die CDU der Preisverleihung aus Protest geschlossen fernbleiben. |kad