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Samstag, 22. Dezember 2018 Drucken

Meinung

Der Sturz von Rainer Keßler schadet allen Beteiligten

Ein Kommentar von Horst Konzok & Oliver Sperk

Rainer Keßler ist sein Ehrenamt beim 1. FC Kaiserslautern nach knapp drei Monaten los – der Aufsichtsrat hat ihn als Vorstandsvorsitzenden des eingetragenen Vereins kaltblütig abgesetzt. Der Sturz Keßlers – ein Pyrrhussieg der Geschäftsführer Klatt und Bader. Am Ende haben alle verloren: die beiden hauptamtlichen Manager, der Aufsichtsratsvorsitzende Patrick Banf, der Keßler ins Amt geholt hatte, ihn nun nicht mehr halten konnte (und wollte) – und Keßler. Der Idealist suchte die Machtprobe und hat sie verloren. Das schadet seinem Herzensverein, das schadet dem FCK, um dessen Existenz es geht. Das Ganze hat was von Kindergeburtstag. Ein lächerlicher Streit, über den keiner lachen mag.

Ausgliederung will gelernt sein

Der FCK braucht Ruhe, er braucht eine Führung, die auf allen Ebenen in schwieriger sportlicher Situation im wirtschaftlichen Überlebenskampf mit einer Stimme spricht. Potenzielle Investoren sind an vielem interessiert – aber nicht an der Selbstzerfleischung der Lauterer Streithansl.

Ausgliederung will gelernt sein, braucht Ruhe, Weitsicht und Kompromissbereitschaft – das haben die Protagonisten beim FCK nicht beherzigt. Der weihnachtliche Frieden am Betzenberg ist massiv gestört. Ehrenrat und Vereinsrat beraten nach Informationen dieser Zeitung über eine Satzungsänderung, wonach der e.V. künftig wieder einen Präsidenten hat, der von den Mitgliedern gewählt wird und nicht mehr vom Aufsichtsrat eingesetzt wird.

Was nun, Herr Banf?

Ausgelöst hat Keßler, der nicht nur den Grüß-August geben wollte, die Krise durch seine Rede bei der Jahreshauptversammlung. Da sagte er öffentlich, eigentlich zurücktreten zu wollen, weil ihm die Führung der Profiabteilung mit Rückendeckung des Aufsichtsrates Einsicht in eine Liste potenzieller Investoren vorenthalten habe. Nach dem Rücktritt vom Rücktritt spürte Keßler scharfen Gegenwind. Die Geschäftsführer Michael Klatt und Martin Bader hatten schon Zoff mit Keßler, als der sich wegen der mit Fug und Recht abgesagten Weihnachtsfeier ereiferte.

Was nun, Herr Banf? Er darf wieder einen Vorstandsvorsitzenden suchen. Er hat mit Keßler einen fähigen Mann verloren, der hoch pokerte und sich verzockte.