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Donnerstag, 10. Oktober 2019 - 11:41 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Bluttat von Kandel: Mörder tot in Zelle gefunden

Blick ins Innere der Jugendstrafanstalt Schifferstadt.

Blick ins Innere der Jugendstrafanstalt Schifferstadt. ( Foto: Lenz)

Der Mörder der 15-jährigen Mia aus Kandel ist am Donnerstagmorgen erhängt in seiner Zelle in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt gefunden worden. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung. Nach Angaben der Anstaltsleitung habe es auch keine Anzeichen für eine Suizidabsicht gegeben.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier.

Am Mittwochabend um 21.30 Uhr sei der Verstorbene noch lebend gesehen worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wiederholt habe es in der Vergangenheit Hinweise auf Auseinandersetzungen mit Mithäftlingen gegeben. Ein Todesermittlungsverfahren sei eingeleitet worden, um die genauen Umstände des Todes zu klären. Dazu gehört auch eine Obduktion im rechtsmedizinischen Institut in Mainz, die unter anderem zur Klärung des genauen Todeszeitpunkts dienen soll. Dabei wird auch geprüft, ob ein Fremdverschulden vorliegt. Ein solches Verfahren sei in diesen Fällen Routine, hieß es. Laut Auskunft des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen hofft man im Lauf des Freitags auf ein Ergebnis. 

An Kopfkissen und Schnürsenkeln erhängt

Nach Auskunft von Leitendem Oberstaatsanwalt Hubert Ströber hat sich der junge Mann mithilfe eines Kopfkissenbezugs und Schnürsenkeln an der Befestigung des Fernsehers in seiner Zelle erhängt. Die Staatsanwaltschaft habe keine Kenntnisse über einen Abschiedsbrief. Die Einzelzelle sei von außen verschlossen gewesen, sagte der Sprecher des rheinland-pfälzischen Justizministeriums, Christoph Burmeister. Die Zelle sei nicht videoüberwacht gewesen, weil es keine Anzeichen für eine Selbsttötungsabsicht gegeben habe.

Der damalige Anwalt des Toten, Maximilian Endler, sagte der Nachrichtenagentur DPA am Donnerstagnachmittag zu der Todesmitteilung: „Ich weiß von nichts und kann daher auch nichts dazu sagen.“ Er hatte nach dem Urteil gesagt, er rechne damit, dass sein Mandant nach der Verbüßung eines Teils der Strafe abgeschoben werde. 

Ex-Freundin mit Brotmesser erstochen

Der Tote war am 3. September 2018 nach Jugendstrafrecht wegen Mordes zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte am 27. Dezember 2017 seine Ex-Freundin vor einem Drogeriemarkt in Kandel laut Staatsanwaltschaft aus Eifersucht und Rache mit einem Brotmesser erstochen. Da er zum Tatzteitpunkt minderjährig gewesen sein könnte – sein genaues Alter konnte nicht ermittelt werden –, war der Prozess vor dem Landgericht Landau im Juni, Juli und August 2018 nichtöffentlich geführt worden. Dass er als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan aufgenommen und betreut worden war, hatten Rechtsradikale zum Anlass genommen, die Tat für Propaganda zu instrumentalisieren. |juni/dts/dpa

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