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Freitag, 17. Mai 2019 - 15:51 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Becca will mit dem FCK zurück in die Bundesliga

Von Horst Konzok und Oliver Sperk

Flavio Becca

Will nicht den Feuerwehrmann spielen: Flavio Becca. (Foto: Imago-Images/Gerry Schmit)

Der Luxemburger Investor, der dem 1. FC Kaiserslautern neues Leben einhauchen will, meldet sich zu Wort. Flavio Becca, der Milliardär aus Luxemburg, will mit seinem langfristigen Investment dazu beitragen, dass der FCK langfristig wieder Bundesliga-Fußball spielt.

„Mein Ziel war es nie hier ausschließlich den ,Feuerwehrmann’ zu spielen, sondern langfristig den Verein zu begleiten mit dem Ziel, in die Erste Bundesliga zurückzukehren. Gemeinsam mit Patrick Banf, Michael Klatt und Martin Bader haben wir ein schlüssiges Konzept entwickelt, das sowohl im sportlichen als auch im betriebswirtschaftlichen Bereich den FCK zurück in die Erfolgsspur führen kann“, erklärt Becca in einer Pressemitteilung.

Und: „Ich habe in der jüngsten Vergangenheit mit den Fans erleben müssen, dass persönliche Eitelkeiten und Grabenkämpfe die Zukunft des Vereins sehr stark gefährdet haben. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass Ruhe und Geschlossenheit unabdingbare Voraussetzungen für den sportlichen Erfolg sind.



Der Klub verfügt über eine grandiose Historie, eine hervorragende Jugendarbeit und eine große, begeisterungsfähige und treue Fangemeinde. Das alles sind aus meiner Sicht wichtige Erfolgsfaktoren im Fußball. Es wird für alle Beteiligten eine große Herausforderung, aber ich bin von unserem Konzept überzeugt und freue mich auf die Arbeit und darauf, gemeinsam mit den überragenden Fans im Rücken unsere Ziele zu erreichen.“

FCK sieht Lizenz gesichert

Nach mehreren Gesprächsrunden in den vergangenen Wochen haben sich der Luxemburger Unternehmer Flavio Becca und die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern, vertreten durch den Beiratsvorsitzenden Patrick Banf sowie den beiden Geschäftsführern Michael Klatt und Martin Bader, auf eine langfristige Zusammenarbeit verständigt. Im ersten Schritt wurde zunächst der Erhalt der Zulassung für die Spielzeit 2019/20 sichergestellt, heißt es in einer Pressemitteilung des FCK. Darüber hinaus sind sich alle Parteien einig, dass zum Erreichen der sportlichen Ziele weiterer Kapitalbedarf notwendig ist. Dafür will Becca sorgen. Der „Luxemburger Weg“ soll für Nachhaltigkeit stehen.

Aus Darlehen wird Eigenkapital

Becca gibt dem 1. FC Kaiserslautern zunächst ein Darlehen von 2,6 Millionen Euro zur Sicherung der Drittliga-Lizenz. Der Kredit wird später ein Eigenkapital umgewandelt und ist in dem Gesamtpaket Beccas über 25 Millionen in den nächsten fünf Jahren enthalten. Das hat der FCK-Beirat am Donnerstag entschieden.

„Ich bin froh, dass wir eine Entscheidung getroffen haben“, betonte der kaufmännische FCK-Geschäftsführer Michael Klatt am Freitag. „Wir sind unter einem enormen Zeitdruck, was die Lizenzierung angeht. Insofern ist von mir durchaus eine Last abgefallen. Denn jetzt können wir weiter am Thema Lizenz arbeiten.“ Am 28. Mai müssen alle Verträge und Bescheinigungen über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit beim DFB vorliegen. Mit einem positiven Signal des DFB rechnet Klatt schon in den ersten Tagen danach. „Ich bin guter Dinge, was die Lizenz angeht.“

Klatt: Etat um eine Million erhöht

Am Freitagmittag habe man die Kreditverträge mit Quattrex und Lagardère abschließend fixiert. Der neue Zwei-Millionen-Kredit mit Finanzdienstleister Quattrex, bei dem der FCK bereits in früheren Jahren ein noch laufendes Darlehen über sechs Millionen Euro aufgenommen hat, ist mit 7,5 Prozent verzinst. Bei Lagardère nimmt der FCK eine Million Euro auf.

Das Vertragswerk um den Einstieg Beccas war am Freitagmittag auch schon unterschriftsreif. „Für mich, der vom Zeitdruck getrieben ist, war der Zeitpunkt ganz entscheidend. Ich freue mich, dass wir das Angebot der Regionalen hatten. Aber ich hätte mich noch mehr gefreut, wenn wir das Alternativangebot einen Monat früher vorgelegt bekommen hätten.“



„Jetzt müssen wir schauen, dass wir die kommende Saison sportlich erfolgreich gestalten“, betonte Klatt, „natürlich kann Martin Bader jetzt ganz anders auftreten bei Verhandlungen mit neuen Spielern. Aber es wird nicht so sein, dass wir unendlich viel Geld in den Kader stecken, das garantiert den Erfolg längst nicht. Dafür gibt es ja genügend Beispiele.“ Es ist davon auszugehen, dass der Lizenzspieler-Etat bei 5,5 Millionen Euro liegen wird – statt bei 4,5 Millionen Euro, die zuvor veranschlagt waren.

Banf lobt Beccas Kompetenz

Patrick Banf, der Beiratsvorsitzende des FCK, unterstreicht: „Wir haben Flavio Becca als professionellen Gesprächspartner kennengelernt. Er hat in vielen Sportarten, im Rad-, Motorsport, aber auch im Fußball, über lange Jahre gezeigt, wie man nachhaltig erfolgreich sein kann. Außerdem schlägt sein Herz im deutschen Fußball für den FCK. Wir sind überzeugt, dass seine Kombination aus wirtschaftlicher Kraft und Kompetenz im Profisport perfekt zu unserem FCK passen.“

 

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.