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Dienstag, 15. Oktober 2019 - 19:45 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

BASF-Unglück: Behörde wusste von Schwachstelle

Kurz vor der Explosion: Dass der BASF-Rohrgraben schlecht einsehbar und die Lage bei einem Brand deshalb schwer zu beurteilen ist, war schon bei einer Übung bemängelt worden.

Kurz vor der Explosion: Dass der BASF-Rohrgraben schlecht einsehbar und die Lage bei einem Brand deshalb schwer zu beurteilen ist, war schon bei einer Übung bemängelt worden. ( Foto: Bild/privat)

Die Neustadter Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd wusste schon Monate vor dem Ludwigshafener BASF-Explosionskatastrophe im Oktober 2016, dass eine Übung mit einem ähnlichen Unglücksszenario „nicht zufriedenstellend“ verlaufen war. Für den Probealarm im November 2015 war im Rohrgraben am Nordhafen ein Feuer simuliert worden, das die empfindliche und hochgefährliche Ethylen-Fernleitung erhitzt. Dabei fiel unter anderem auf: Weil die Pipeline-Trasse schlecht einsehbar ist, lässt sich die Lage dort in so einem Fall nur schwer beurteilen. Die Neustadter Aufsichtsbehörde erfuhr von diesem Befund einige Monate später.

Trotzdem keine Vorgaben gemacht

Eine Sprecherin sagt: Vorgaben, etwa für eine Video-Überwachung der Rohre, wurden trotzdem nicht gemacht. Denn zu kontrollieren habe die SGD vor allem, ob Notfallübungen überhaupt stattfinden. Als der Ernstfall im Oktober 2016 dann tatsächlich eintrat, konnte ein herbeigeeilter BASF-Meister erst in der Nähe der Gefahrenstelle erkennen, dass die gefährliche Ethylenleitung gleich bersten würde. Um die anrückende Feuerwehr noch zu warnen, war es aber schon zu spät: Durch die folgende Explosionsserie starben vier Rettungskräfte und ein weiterer Mann.

Mehr zum Thema steht hier.

|häm

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