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Mittwoch, 06. Februar 2019 - 11:28 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

BASF-Prozess: Dramatische Aussage von Feuerwehrmännern

Die Explosion im BASF-Hafen am 17. Oktober 2016 hat fünf Todesopfer gefordert. Archivfoto: dpa

Die Explosion im BASF-Hafen am 17. Oktober 2016 hat fünf Todesopfer gefordert. Archivfoto: dpa

[Aktualisiert 11.46 Uhr] Am Mittwoch hat der zweite Tag im BASF-Prozess mit Zeugenaussagen begonnen. Ein 55-jähriger Feuerwehrmann, der beim Unglück schwer verletzt worden war, hat geschildert, wie der Tag des Unglücks für ihn lief. Er ist einer der Nebenkläger. Er habe mit einem Routine-Einsatz gerechnet. Auch als er die erste Flamme am Einsatzort gesehen hatte, habe er noch an einen normalen Einsatz geglaubt. Bald nach dem Aussteigen aus seinem Fahrzeug sei die Explosion aufgetreten. Davon habe er aber nichts mitbekommen. Er erinnere sich nur noch daran, wie er auf dem Rasen aufgewacht sei, die Hände voller Glassplitter.

Verletzungen und sechs Operationen

Der Mann hat Verletzungen an Kopf, Händen, Beinen und Rücken erlitten. Nach bisher sechs Operationen sei unklar, ob er wieder arbeiten könne. Die BASF habe sich in der Zeit nach dem Unfall ihm gegenüber korrekt verhalten. Aber seine Hoffnung, wieder zurückkehren zu können, sei schon mal größer gewesen.

36-Jähriger von Explosion ins Wasser geschleudert

Ein 36-jähriger Feuerwehrmann, ebenfalls Nebenkläger, ebenfalls von der BASF-Feuerwehr, hat eindrucksvoll geschildert, was ihm widerfahren ist. Seiner Aussage zufolge wurde er zwar Sekunden vorher von einem Kollegen gewarnt, konnte aber nicht rechtzeitig fliehen. Er sei zusammen mit dem Kollegen ganz vorne gewesen um einen Wasserwerfer aufzustellen. Er sei kurz nach der Warnung von der Feuerwalze überrollt worden, zweimal auf dem Boden aufgeschlagen und letztendlich ins Wasser hinter das im Hafen liegende Schiff geschleudert worden. Mit Glück habe er sich bis zum Eintreffen eines Rettungsbootes über Wasser halten können, Kollegen im Wasser angetroffen und dann erst bemerkt, dass seine Hände schwere Verletzungen davon getragen hatten und er kaum noch etwas sehen konnte.

Von Seiten der BASF sei ihm bereits angeboten worden, wieder eine Stelle im Unternehmen bekleiden zu können. Außeneinsätze mit der Feuerwehr wird er wohl aber nicht mehr mitmachen.

13 Verhandlungstermine geplant

Bei dem Unfall am 17. Oktober 2016 waren fünf Menschen gestorben. Der Sachschaden wird auf zwei bis drei Millionen Euro an unmittelbaren und mindestens 500 Millionen Euro an mittelbaren Folgen geschätzt – zum Beispiel Produktionsausfall. Die Staatsanwaltschaft will 42 Zeugen vernehmen und hat zehn Sachverständige benannt. Geplant sind vorerst 13 Verhandlungstermine bis Ende März. |hest

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