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Samstag, 26. März 2016 Drucken

Kirchheimbolanden

Ausgebaggert

Seit Ende vergangenen Jahres ist der Basalt-Abbau im Steinbruch Mannbühl bei Bolanden eingestellt. Die Betriebsschließung kam für Mitarbeiter und Ortsgemeinde absolut überraschend. Nun liegt die Hoffnung auf einer neuen Abbaugenehmigung durch das zuständige Landesamt.

Von Fabian Kelly

 

Seit Ende vergangenen Jahres wird am Steinbruch Mannbühl nicht mehr abgebaut. Ob eine Genehmigung zur Erweiterung erteilt wird, ist fraglich. ( Foto: STEPAN)

BOLANDEN. Die über die Straßen rumpelnden Lkw, beladen mit Schotter, gehören Jahrzehnte zum bekannten Bild in Bolanden. Lange schon haben sich die Anwohner an die staubigen Straßen und den Lärm gewöhnt, der erst mit dem Bau der Umgehung vor rund 20 Jahren besser wurde. Doch seit Ende vergangenen Jahres sind die Straßen ungewohnt sauber, nichts rumpelt mehr. Im gemeindeeigenen Steinbruch Mannbühl wird kein Basalt mehr abgebaut, der Betrieb wurde eingestellt. Für viele – auch die Ortsgemeinde und die Mitarbeiter – vollkommen überraschend.

Fast ein ganzes Jahrhundert lang war der Steinbruch bei Bolanden Lieferant für Basalt, der vor allem für Straßenschotter benötigt wird. Ebenso lang hat auch die Ortsgemeinde am Abbau des Materials mitverdient. „Wir sind als Ortsgemeinde am Verkauf beteiligt. Jetzt, wo quasi über Nacht kein Stein mehr abgebaut wird, fehlen uns rund 40.000 bis 50.000 Euro im Jahr im Haushalt. Ich weiß nicht, wie wir das auffangen sollen“, sagt Ortschef Armin Juchem im RHEINPFALZ-Gespräch.

Aber was ist der Grund für den plötzlichen Abbau-Stopp? Betreiber des Steinbruches ist die Firma mit dem sperrigen Namen „ J. und G. Giro Nachfolger Willersinn GmbH & Co. KG“, die zur großen Firmengruppe Willersinn mit Hauptsitz in Heßheim bei Frankenthal gehört (siehe „Zur Sache“). „Der Basalt hat dort, wo wir bislang abgebaut haben, nicht mehr die Qualität, die wir benötigen“, erklärt Benedikt Eberhard, einer der Geschäftsführer der Willersinn-Gruppe, auf RHEINPFALZ-Nachfrage. „Wir haben deshalb schon vor Längerem beim Landesamt für Bergbau einen Antrag auf Erweiterung des Steinbruches gestellt. Leider haben wir noch immer keine endgültige Entscheidung aus Mainz. Deshalb haben wir den Betrieb jetzt eingestellt.“ Wenn eine Genehmigung aus Mainz käme, könne der Abbau aber wieder aufgenommen werden, so Eberhard.

Warum aus Mainz noch keine Genehmigung da ist, weiß auch Ortschef Juchem nicht. „Wir haben gemeinsam mit Willersinn im Juni 2014 zum ersten Mal einen Antrag gestellt. Im Dezember dann nochmal. Wir hängen komplett in der Luft.“ Für die Ortsgemeinde aber auch die Mitarbeiter des Steinbruches sei die Schließung Ende vergangenen Jahres absolut überraschend gewesen. „Ich habe zwei Tage vor der Entscheidung einen Anruf des Betriebsleiters bekommen, dass wir dringend reden müssten, da gingen die Alarmglocken an“, erinnert sich Juchem. Auch nach seiner Einschätzung hat die Firmengruppe aber weiterhin starkes Interesse an der Fortführung des Steinbruches, schließlich werde der Basalt für den Straßenbau innerhalb der Firmengruppe benötigt, das Material müssen nun extra zugekauft werden.

Neben den Unklarheiten rund um die Fortführung des Betriebes durch eine Erweiterung des Steinbruches stellt sich für die Ortsgemeinde außerdem die Frage, wie es mit dem stillgelegten Teil nun weiter geht. Auch hier gibt das Landesbergbauamt die Richtlinie vor. „Klar ist, dass alles wieder verfüllt werden soll, aber das geht nicht mit Bauschutt oder Müll, sondern muss ökologisch einwandfrei sein“, sagt Juchem. Renaturierung sei hier das Stichwort.

Für die zwei Mitarbeiterinnen, die bislang an der Waage im Steinbruch gearbeitet haben, ist die Aussicht auf Fortführung des Betriebes in Bolanden nur ein schwacher Trost und im besten Falle ein bisschen Hoffnung. Sie haben zum Jahresende ihre Kündigung erhalten. Alle anderen Mitarbeiter konnten laut Willersinn-Geschäftsführung auf andere Firmenbereiche umverteilt werden.

Eine RHEINPFALZ-Nachfrage beim Landesbergbauamt zum Sachstand wurde bis zum Redaktionsschluss noch nicht beantwortet.

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