Unesco-Kultur- und Naturerbe Welterbe-Tag: Führungen, Aktionen und eine große Eröffnungsfeier in der Völklinger Hütte

Pfälzischer Beitrag zur Welterbeliste: Speyer mit dem Dom und als eine der Schum-Städte.
Pfälzischer Beitrag zur Welterbeliste: Speyer mit dem Dom und als eine der Schum-Städte.

52 Unesco-Welterbestätten gibt es in Deutschland. Sie haben am 2. Juni Anlass zu feiern und sich in Schale zu werfen: Auf dieses Datum ist der Welterbetag gelegt worden, der unter dem Motto „Vielfalt entdecken und erleben“ steht.

Die Völklinger Hütte richtet diesmal die bundesweite Eröffnungsfeier aus – nicht von ungefähr: Sie kann zugleich ihr 30. Jubiläum als Welterbe-Stätte feiern, und das beginnt schon am Sa 1.6. und schließt dann den darauf folgenden Welterbetag mit ein.

Die Völklinger Hütte feiert Jubiläum und ist Gastgeberin der Eröffnung des Welterbetages.
Die Völklinger Hütte feiert Jubiläum und ist Gastgeberin der Eröffnung des Welterbetages.

Es ist nicht die einzige Stätte in der näheren Umgebung, die sich aus diesem Anlass auf viel Besuch einstellt. Die SchUM-Stätten Mainz, Worms und Speyer gehören mit ihrer gemeinsamen jüdischen Vergangenheit dazu, Trier mit seinem reichhaltigen römischen Erbe, der Speyerer Dom und jenseits des Rheines Schatzkisten wie die berühmte Fossilienlagerstätte Grube Messel bei Darmstadt, Darmstadt selbst mit der Mathildenhöhe, einem Symbol für die Entstehung der Architektur der frühen Moderne, oder – vis-à-vis von Worms – das Kloster Lorsch.

Einziges vollständig erhaltenes Eisenwerk der Welt

Und eben die Völklinger Hütte, das weltweit einzige vollständig erhaltene Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung und zugleich das erste Industriedenkmal dieser Epoche, das in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen wurde – das war 1994. Am So 2.6. um 11 Uhr beginnt der Eröffnungsakt des bundesweiten Welterbetages auf der Bühne auf dem Zimmerplatz der Hütte mit prominenten Grußworten. Ein umfangreiches Festprogramm schließt sich an sowie ein Bummel über den „Welterbemarkt“ auf dem benachbarten Erzplatz. Auf dem Markt präsentieren sich auch andere Welterbestätten aus Deutschland und der Grenzregion.

Vorbereitet ist zudem ein spannendes, buntes Programm auf dem Gelände mit Sonderführungen für Erwachsene und Kinder, Ausstellungen, Mitmachaktionen und Musik mit dem Trio Lézard, Pipedrumz und den Alligators. Eine Podiumsdiskussion behandelt um 15 Uhr auf dem Zimmerplatz das Thema „Welterbestätten als außerschulische Lernorte für Nachhaltigkeit, Frieden und Weltoffenheit“. Natürlich locken auch die Ausstellungen, darunter „Der deutsche Film“, die „Urban Art Biennale“ oder die am 1.6. beginnende Präsentation „Man and Mining“ zu den Folgen der Naturausbeutung.

Erlebnistouren und Erkundungsspiele für Kinder

Vom Industriedenkmal zu den Zeugen welthistorischer Vergangenheit ist es nicht weit. In Trier warten Schätze wie die Porta Nigra, die Konstantin-Basilika, die Barbarathermen, Dom und Liebfrauenkirche, Amphitheater oder die Römerbrücke. Reich ist das Angebot an Führungen und Erlebnistouren sowie Erkundungsspielen für Kinder. Ab 10.30 Uhr gibt es nahezu im Stundentakt Führungen, bis zum musikalischen Schlussakkord um 17 Uhr mit internationaler Chormusik des Ensembles Contrapunto in der Liebfrauen-Basilika.

Große Vergangenheit, die hier vor allem ins Mittelalter hineinführt, ist zu entdecken in der pfälzischen Welterbestadt Speyer. Dort steht zum einen die jüdische Vergangenheit im Blickpunkt, die Speyer mit Worms und Mainz teilt. In Speyer wird es Führungen geben zur Synagoge „Beith Shalom“ am Weidenberg (11 Uhr) und ab 15 Uhr durch das SchUM-Gemeindezentrum (Judenhof) in Speyer – ähnliche Angebote gibt es in Mainz und Worms. Der zweite Schwerpunkt in Speyer ist der Dom. Führungen um 11.30 und 14 Uhr gehen der Frage nach, warum der Dom 1981 auf die Liste des Unesco-Welterbes kam. Teil der Tour sind die Krypta, der Kaisersaal und der ansonsten nicht zugängliche Dachstuhl.

Unerschöpfliche Fossilienlagerstätte

Welterbe-Status gebührt aber nicht allein herausragenden Denkmälern und historischen Relikten, sondern ebenso Naturgebilden und -formationen von universellem Wert – wie etwa die Grube Messel bei Darmstadt, die sich seit der Entdeckung als unerschöpflicher Fossilienlagerstätte als ein Bilderbuch weit zurückliegender Tier- und Pflanzenwelten erwiesen hat. Führungen durch das weitläufige Gelände und das Museum stehen am Welterbetag unter der Überschrift „Das große Krabbeln“ und haben die Insekten, die an diesem Ort vor 48 Millionen Jahren gelebt haben, und ihre heutigen Nachfahren zum Thema (11.30/14 Uhr).

Naturerbe: Fossilien in der Grube Messel.
Naturerbe: Fossilien in der Grube Messel.

Grundlage des Unesco-Welterbes ist das 1972 in Paris verabschiedete Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes, das 1975 in Kraft trat. Mit 52 Welterbestätten liegt Deutschland international an dritter Stelle nach Italien (59) und China (57).

Alle Infos zum Programm des Welterbetages am So 2.6. im Internet unter www.unesco-welterbetag.de

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