Kultur Wegen Corona: Lotte Reimers zeigt neue Keramik exklusiv
„Vielleicht träume ich so groß, weil meine Werkstatt so klein ist“, schreibt Lotte Reimers auf ihrer Netzseite. Die – endlich stimmt das mal – Grand Dame der Keramik. Eine Hamburgerin, die alteingesessen ist in Deidesheim. Jahrgang 1932, hochdekoriert, Pfalz- und Bundesverdienstpreisträgerin unter anderem. Das Land hat ihre Sammlung übernommen. Ihr Werk ist verteilt von Valencia bis Berlin. Immer noch bewahrt Reimers ihre aus Steinen, Holzasche und farbigen Erden gefertigten Glasuren in leeren Honiggläsern auf. Manchmal hat sie auch ein Platzproblem.
Seit Jahr und Tag zeigt Lotte Reimers in der Deidesheimer Stadtmauergasse 17 neben den Werken anderer Künstler ihre eigene Kunst, Jahr um Jahr. Gefäße wie Pilze, Steinzeug mit Samuraigewand. Keramik mit rissig-rauhen Kanten, Rillen, Kerbspuren, ihr Markenzeichen, Relikte des Machens. Ihr Werke scheinen vor Ruhe zu bersten. Jetzt sind neue Arbeiten zu sehen – und irgendwie doch nicht.
Geplant war im September einen „Bilderbogen aus dem Jahr 2019“ auszustellen, 60 Arbeiten. 35 davon, heißt es jetzt in einer Einladung, habe ihr langjähriger fotografischer Begleiter Ralf Ziegler schon aufgenommen. Eine Eröffnung der Schau aber hat es nie gegeben. Auch über Dauer und Öffnungszeiten, Schweigen. „Oder hätten sie eine andere Idee?“, fragt sie. Wegen des Corona-Virus und „meiner nicht gerade robust zu nennenden Gesundheit“, schreibt sie in dem Folder, seien telefonisch vereinbarte Besuche nur einzeln oder paarweise möglich. Und „wegen der Enge der Galerieräume“. Wir aber können uns die Exklusivführung nur als was Großes denken. Traumschön. Telefon: 06326-1222. mac