Zoo, Kultur, Natur
Was man in Neunkirchen alles erleben kann
Mit Kultur warten Gebläsehalle, Reithalle und Städtische Galerie auf. Wanderfreunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten.
Der Neunkircher Zoo ist nicht übermäßig bekannt, aber er ist der größte Zoo zwischen Saar, Mosel und Rhein. Er zeigt vorwiegend Tiere aus Asien, aber nicht nur. Giraffen, Elefanten, Schneeleoparden, Orang-Utans, Trampeltiere und 120 weitere Tierarten auf 21 Hektar, in Gehegen, die möglichst naturnah gestaltet sind.
Derzeit hüpft ein Albino-Bennett-Känguru mit seinem braunen Jungtier im Beutel nahe der Yaks herum, auch die Brillenpinguine haben Nachwuchs. Es gibt einen Streichelzoo mit Spielplatz und Wurstbude. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt im Winterhalbjahr 25,50 Euro Eintritt.
Dreimal tiefer in die Tasche greifen muss eine Familie mit zwei oder drei Kindern, wenn sie das Gondwana, das Urweltmuseum vor den Toren Neunkirchens besucht. Allerdings beeindrucken die lebensgroßen Nachbildungen von Dinosauriern, Saurier-Skelette und die Animations-Show zur Dino-Zeit schon. Die ein Hektar große Anlage ist überdacht und zeigt 21 so genannte Urzeitwelten.
Im Superland im Stadtteil Furpach können Kinder an einem verregneten Sonntag toben bis zur Erschöpfung.
Der Wasserturm des Neunkircher Eisenwerks hat sich in einen Cinetower verwandelt, ein Kino mit vier übereinander liegenden Sälen im Stahl-Ambiente. Nach dem Tod des Betreibers drohte die Schließung, vor neun Monaten fand sich ein neuer, seither wird das Kino wieder bespielt.
Ebenfalls auf dem Gelände des Eisenwerks findet sich die Gebläsehalle: Neunkirchens Konzerthalle. Am 7. März kommt die SWR Big Band mit Max Mutzke, danach der Kabarettist Michael Mittermaier, im April Ute Lemper. Neunkirchen bezeichnet sich selbst als Musicalstadt; im März sind „Die Schöne und das Biest“ und das Kindermusical „Hakuna matata“ zu sehen, im April folgt „Elvis“. Später stehen die Kindermusicals „Conni“ und „Yakari“ auf dem Programm. Das Musical Projekt bringt wieder eine Neuproduktion auf die Bühne, nämlich die Musical-Komödie „Made in Dagenham“. Für August sind acht Aufführungen geplant.
Die achteckige Stummsche Reithalle, in der die stadtprägende Familie Stumm, Besitzer des Eisenwerks, einst Pferde traben ließ, ist zur guten Stube Neunkirchens und zur kleineren Veranstaltungshalle geworden, die bis zu 200 Besucher fasst.
Wenig beachtet, aber als Kleinod entpuppt sich die Städtische Galerie in der Marienstraße im Herzen der Stadt. Sie zeigt jährlich drei bis vier Wechselausstellungen. Seit Freitag und noch bis zum 8. März sind Bilder des Neunkircher Malers Walter Bernstein zu sehen. Die Jubiläumsausstellung anlässlich seines 125. Geburtstags konzentriert sich auf seine Darstellung der Arbeitswelt und der Industrie an der Saar: Bergleute im Stollen, das Eisenwerk mit brennenden Schloten, Fördertürme in einer Winterlandschaft.
Wer gerne wandert, kann sich auf dem kurzen Neunkircher Hüttenweg über die Industriegeschichte der Stadt kundig machen. Naturliebhaber sollten die Runde um Hangard und Münchwies wählen und sich dabei in den Teufelsgraben wagen.
Hier geht’s zum aktuellen Neunkirchen-Porträt „Vor meinen Freunden schäme ich mich für meine Heimatstadt“.