Kultur Unwetter erwartet - fallen Festivals ins Wasser?

Unwetter
Überflutungen und schlammigem Boden auf dem Gelände des Festivals ohne Bands in Dürmentingen-Hailtingen.

Das Wetter - bislang entspricht es nicht dem, was man sich bei der Fußball-EM von ihm für ein Sommermärchen erwartet hatte. Nun gibt es auch für die Festivals am Wochenende eher trübe Aussichten.

Berlin (dpa) - Bei der Fußball-Europameisterschaft warten die Fans bisher noch auf das passende Sommerwetter - und auch die Musikfans haben diesbezüglich vorerst kein Glück. Der Sommer ist auch die Zeit der Freiluft-Festivals - und für die sind die Wetteraussichten für dieses Wochenende nicht gut.

Es stehen unter anderem die beliebten Festivals «Hurricane» in Niedersachsen und «Southside» in Baden-Württemberg an, die offiziell heute starten. Deutschlandweit soll heute außerdem das Musikfestival Fête de la Musique gefeiert werden.

Wetterdienst kündigt zum «Southside»-Start Gewitter an

Vor allem in Süd- und Ostdeutschland ist heute laut Deutschem Wetterdienst (DWD) mit schweren Unwettern durch heftigen Starkregen, große Hagelkörner und schwere Sturm- oder Orkanböen zu rechnen. Aber auch im Westen und Norden des Landes kann es demnach zu starken Gewittern und Sturmböen kommen.

Die Vorhersagen kommen mit Blick auf Reisen zu den zahlreichen Open-Air-Festivals zu einem schlechten Zeitpunkt. Rund 65.000 Musikfans werden beim «Southside»-Festival erwartet. Auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Neuhausen ob Eck sollen unter anderem die Kultbands The Offspring, Feine Sahne Fischfilet und Deichkind auftreten.

Bis Sonntag werden nach Angaben des Veranstalters FKP Scorpio mehr als 80 nationale und internationale Künstler und Bands erwartet - darunter auch Ed Sheeran, Avril Lavigne und Ayliva. Zwar werden hier bisher laut DWD keine Unwetter erwartet, dennoch sollten die Besucher Gummistiefel einpacken. Der Deutsche Wetterdienst sagt Regen für heute und morgen voraus. Am kommenden Sonntag dürfen sich die Musikfans den Meteorologen nach zum Festivalfinale dann über Sonnenschein freuen.

Für dieselben Musiker sind Zehntausende Musikfans gestern ins niedersächsische Scheeßel zum «Hurricane»-Festival gereist, gut 70.000 Besucher werden erwartet. Schon gestern traten Bands auf - bei noch sonnigem Wetter. Doch auch hier rechnet der DWD heute mit Unwettern.

Feuerwehr wegen Unwetter im Osten Deutschlands im Einsatz

In Sachsen-Anhalt, das besonders von den Unwettern betroffen sein könnte, startet heute das «Full Force»-Festival in Gräfenhainichen (Landkreis Wittenberg). Hier freuen sich die Musikfans unter anderem auf die britische Metalcore-Band Architects sowie den Deutschrapper Alligatoah. Und auch in Rostock könnte es kräftige Schauer und Gewitter geben. Dort startet am Freitagabend Sänger und Gitarrist Peter Maffay im Ostseestadion seine Farewell-Tour unter dem Titel «We love Rock 'n' Roll». Begleitet wird er von US-Sängerin Anastacia.

Die Feuerwehr war im Nachmittag im Landkreis Mansfeld-Südharz an vielen Stellen im Einsatz. Zahlreiche Kräfte seien unterwegs, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Zu Beeinträchtigungen komme es auch auf der Autobahn 38 bei Eisleben. Auch in Thüringen rückte die Feuerwehr in einigen Landkreisen zu Einsätzen aus. In Gotha etwa waren Gullys und Keller überflutet, wie das Landratsamt mitteilte.

Mit Stand 14.40 Uhr galten für den Südwesten von Sachsen-Anhalt sowie nördlich von Leipzig in Sachsen amtliche Unwetterwarnungen wegen schwerer Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel.

In Leipzig öffnet die Fanzone zur Fußball-Europameisterschaft wegen des erwarteten Unwetters später als geplant, wie die Stadt am Mittag mitgeteilt hatte. Der Einlass auf dem Augustusplatz in der Innenstadt sei sicherheitshalber auf 16.00 Uhr verschoben worden. Am Abend treffen in Leipzig die Niederlande und Frankreich aufeinander.

Unwetter ziehen in der Nacht ab

Deutschlandweit geht außerdem das Musikfestival Fête de la Musique in seine nächste Runde. Laut Webseite findet es in 140 deutschen Orten statt. Nach Angaben eines Sprechers wollen allein in Berlin Künstlerinnen und Künstler zwischen 16.00 und 22.00 Uhr an knapp 250 Orten in der Stadt ihr Können zeigen. Geplant sind etwa Jazz-, Pop- und Klassikkonzerte. Je nach Wetterlage könnten auch in der Hauptstadt einige Auftritte ins Wasser fallen - denn hier wird ebenfalls mit Unwettern gerechnet.

In der Nacht herrscht anfangs weiterhin Unwettergefahr, in der ersten Nachthälfte klingen die Gewitter jedoch ab. Gebietsweise kann jedoch noch Starkregen fallen. Am Samstag sind noch im Nordosten und Osten einzelne Schauer, im Süden einzelne Gewitter mit Starkregen möglich. Spätestens ab Sonntag beruhige sich das Wetter deutlich.

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