Nachruf Pfälzer Design-Ikone Gerd Lange gestorben
Beim SM 400 K schwingt eine Sitz- und Rückenschale aus Kunststoff elegant auf kufenförmigen Metallfüßen. Gerd Lange, in Wuppertal geboren, lernte erst einmal Schreiner, bevor er an die Offenbacher Hochschule für Gestaltung ging. 1961 gründete er sein eigenes Studio in Kapsweyer in der Südpfalz. Fortan war es der Ausgangspunkt ingeniöser Entwürfe des Möbelentwicklers und Produktdesigners. Lange half fast allem auf, entwarf einen Schraubstock, Röhrenleuchten, einen Servierwagen, einen Handtuchspender, für AEG eine Filtermaschine und Regenschirme für Knirps. Oder, als Reminiszenz an seine Wahlheimat, ein Weinglas. Besonders seine Stühle, die er für hochrangige Unternehmen gestaltete, hatten hohe Auflagen. Wie der „Thonet Flex“ oder „Farmer“, aus Esche und Segeltuch, eine Sitzgelegenheit, die zum Glaubensbekenntnis der 68er avancierte. Der schon erwähnte SM 400 K, der unter anderem auch im Guggenheim-Museum in New York steht, wurde über eine Million Mal verkauft.
Lange hat mehrere Preise gewonnen, Red Dot Awards darunter, einen Roscoe Award; auch in Japan und der Schweiz wurde Lange ausgezeichnet. 2019 bekam er den Ehrenpreis der Ike- und Berthold-Roland-Stiftung. Anfang Dezember ist die Designerikone in Kapsweyer gestorben.