Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Oldschool-Rock: Der Professor und seine Band Damage Done

Der Bassist Andreas Schneider, die Gitarristen Hermann Jungkunst und Steffen Kron (auch Gesang) und Schlagzeuger Michael Greißl
Der Bassist Andreas Schneider, die Gitarristen Hermann Jungkunst und Steffen Kron (auch Gesang) und Schlagzeuger Michael Greißl (von links) haben ihr zweites Album veröffentlicht.

Die Band als Gegenstück zum Beruf – das ist oft so. Aber nur wenige bezeichnen sich so selbstbewusst als Nichtskönner wie Hermann Jungkunst. Über die Musik eines Uni-Profs.

Wahrscheinlich kennt niemand alle Vorurteile über Uni-Professoren, die so im Umlauf sind. Es sind ja so viele. Arrogant seien sie, abgehoben, vergeistigt – und mit den Interessen der Normalos hätten die Elfenbeinturm-Bewohner mal so gar nix am Hut. Wer wissen will, wie falsch solche Klischees sind, muss eigentlich nur mit Hermann Jungkunst reden. „Die Band ist für mich das Gegenstück zum Beruf, hier lerne ich Bescheidenheit“, sagt der Inhaber des Lehrstuhls für Geoökologie und Physische Geografie an der Landauer Uni. Denn seine Fähigkeiten an der Gitarre seien freundlich ausgedrückt noch ausbaufähig. Aber: „Ich bin der kreativste bei uns, weil ich sonst nichts kann“, scherzt er über sich und seine Kollegen bei Damage Done.

Jungkunst runzelt die Stirn, wenn er gefragt wird, ob er Professor Punk genannt werden möchte. Er beginnt breit zu grinsen und kann nicht verbergen, dass die Bezeichnung ihn reizt – aber korrekt sei sie nicht, sagt er. Denn die Musik, die er mit seiner Band Damage Done aus dem Schwäbischen macht, hat zwar Punk-Einflüsse, aber eben nicht nur. Wäre der Begriff nicht belegt, könnte man es ein Crossover nennen – ein Stilmix. Man hört Punk raus, mehr Stoner Rock (Stichwort: Kyuss), aber auch klassischen Rock und ein wenig Alternative der 90er-Jahre.

Gestartet als Coverband

In dieser Zeit beginnt auch die Geschichte von Damage Done, berichtet Gitarrist Jungkunst. Genauer: 1992. Noch aktiv aus der Urbesetzung sind neben Jungkunst noch Sänger/Gitarrist Steffen Kron und Schlagzeuger Michael Greißl. Bassist Andreas Schneider, „der Neue“, ist erst seit knappen elf Jahren dabei. Begonnen hat das Quartett als Coverband für Neil Young. Warum? „Die Musik nachzuspielen ist machbar.“ Und es sei auch recht leicht nachzusingen. „Aber eigentlich waren wir zu schlecht für eine Coverband.“

Und dann ging es Richtung eigene Stücke. In der Regel komme er mit Riff-Ideen, die die Band dann gemeinschaftlich zusammenbastele, sagt der Uni-Professor. Schlagzeuger Greißls Musikgeschmack sei sehr blueslastig, das weiche ein wenig von den Hörgewohnheiten der anderen Bandmitglieder ab. Aber er bringe eine besondere Eigenschaft mit ein: „Er erkennt das Wesen eines Liedes“ und mache so die Kompositionen besser.

Konzert in Landau wäre prima

Wobei die Band die meiste Zeit ihrer Geschichte genau das war: Geschichte. Denn nach der Schulzeit und während der Studienzeit sei die Band nach dem Debütalbum getrennte Wege gegangen, erzählt Jungkunst. 2014 tritt dann Bassist Schneider bei, der Druck ausübt und die Band wieder auf die Bühnen bringt. „Es hat aber ewig gedauert, bis wir wieder einen Rhythmus hatten.“ 2020 – aus Anlass des jeweiligen 50. Geburtstags der Bandmitglieder. Das Ziel: Ein Konzert in einer größeren Halle spielen und so die Anlässe feiern. Dann kommt Corona und der Plan fällt ins Wasser.

Aber die Band hat wieder Kontakt, ist motiviert und legt los. 2022 kommt die „erste richtige Platte“, sagt Jungkunst, „Damaged too?“, im vergangenen Jahr dann die zweite „tres bien“. Beide sind bis auf den Gesang live eingespielt worden und auf den gängigen Plattformen im Netz zu finden. Derzeit ist die Band für ihre Verhältnisse also fast schon hyperaktiv – und bereits in der Pfalz aufgetreten. Reizen würde Jungkunst ein Konzert in Landau. „Wir hätten Bock, im Marock zu spielen.“

Im Netz

Die beiden Alben von Damage Done gibt’s unter anderem auf Youtube und Spotify. Die Band ist auch unter damage_done_band auf Instagram vertreten.

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