DVD-Tipp
Henry Purcells Oper „Dido and Aeneas“ aus Versailles
Purcells „Dido and Aeneas“ ist jetzt in einer opulenten Produktion aus der Opéra Royal de Versailles beim hauseigenen Label erschienen.
Die Handlung des knapp anderthalbstündigen Werks ist schnell erzählt: Dido ist anfangs betrübt, weil sie sich von Aeneas nicht wiedergeliebt glaubt. Das erweist sich als Irrtum, am Ende ist es aber doch Aeneas, der sie – verzaubert – verlässt, um seiner Bestimmung zu folgen, nach Italien zu segeln. Allein zurückgeblieben, singt Dido ihr berühmtes Lamento „When I’m laid in earth“, mit dem sie sich von der Welt verabschiedet, und versinkt auf der Bühne in Versailles in einem Meer aus blauen Tüchern, während die Sterne am Nachthimmel aufgehen und drei weiße Federn vom Bühnenhimmel schweben.
Eine opulente Ausstattung
Cécile Roussat und Julien Lubek, die für die opulenten Kostüme, Regie, die Choreographie, Szenographie und das Licht verantwortlich sind, scheuen keinen Prunk, haben Artisten und Tänzer engagiert, die das Geschehen beleben. Es gibt einen mannshohen Oktopus, dessen Tentakeln sich bewegen können, und einen riesigen Fisch als Ungeheuer, das von Aeneas bezwungen wird.
Sonya Yoncheva lässt als Dido vergessen, dass sie wenig historisch informiert singt, so packend und tief berührend setzt sie ihren gehaltvollen Sopran ein, während Sarah Charles als Belinda feine Sopranfäden spinnt, Aeneas bei Halidou Nombre aber allzu vibratoreich klingt.
Das klein besetzte Orchestre de l’Opera Royal musiziert unter Stefan Plewniak, der auch Geige spielt, mit Esprit und feiner Stilistik, die auch den Chœur de l’Opéra Royal auszeichnet.
Die DVD
Henry Purcell: „Dido and Aeneas“. Cécile Roussat und Julien Lubek (Regie und Ausstattung),Chœur et Orchestre de l Opéra Royal, Stefan Plewniak (Leitung) Mit: Sonya Yoncheva, Sarah Charles, Halidou Nombre und anderen. Erschienen im Label Château de Versailles Spectacles.