Festival-Bilanz Filmfestival Ludwigshafen: Zu 80 Prozent ausgelastet

Konnte nur in abgespeckter Form statfinden: das 16. Filmfetsival auf der Ludwigshafener Parkinsel.
Konnte nur in abgespeckter Form statfinden: das 16. Filmfetsival auf der Ludwigshafener Parkinsel.
Kam gut an: die Komödie „Matze, kebab und sauerkrauT“.
Kam gut an: die Komödie »Matze, kebab und sauerkrauT«.
Abendstimmung am Rheinufer.
Abendstimmung am Rheinufer.

Es war eine Notausgabe, doch das 16. Festival des deutschen Films zieht eine positive Bilanz seiner Open-Air-Reihe mit täglich drei Filmen auf der Ludwigshafener Parkinsel.

Zu rund 80 Prozent seien die täglich 1050 Plätze des Freiluftkinos ausgelastet gewesen, teilte die Festivalleitung um Intendant Michael Kötz nach 19 völlig untypischen Festivaltagen mit. Das Wetter sei „zumeist großartig“ gewesen, um doch rund 15.500 Filmfreunde in diesem Corona-Jahr anzulocken.

Sonst weit über 100.000 Besucher

In „normalen“ Jahrgängen kommen weit über 100.000 Besucher auf die Parkinsel. Allerdings war es aufgrund der Auflagen in diesem Spätsommer nicht möglich, die üblichen Festivalzelte anzubieten. Ein Gastronomiebereich mit einem Angebot auch für Gäste, die keinen Film anschauen, konnte es 2020 ebenfalls nicht geben. Die Vorführungen auf der LED-Leinwand sind zudem komplett im Freien abgelaufen, so dass sich die Festivalfreunde an den regnerischen Tagen mit wasserdichter Kleidung und Umhängen wappneten. Trotz gelegentlicher Schauer hätten sich die meisten Open-Air-Besucher und -Besucherinnen nicht davon abbringen lassen, „fasziniert den Film zu Ende zu schauen“, berichtet das Team.

„Diese Festival-Notausgabe bewies, wie wichtig den Menschen unser Filmfestival ist, und wie glücklich es sie macht, am Lagerfeuer der bewegten Bilder zusammenrücken zu können. Damit gehen wir gestärkt in die Zukunft,“ resümierte Michael Kötz. Die diesjährige Ausgabe war durch zahlreiche Sponsoren und Zuwendungen der öffentlichen Hand möglich geworden. Aber auch das Publikum sei mit rund 12.000 Euro an Spenden daran beteiligt gewesen, dass das Festival als Spezialversion doch ablaufen konnte. „Die Festival gGmbH konnte durch diese breite Unterstützung grundsätzlich gesichert werden, und das Festival ist damit in die Lage versetzt, ab Herbst 2020 eine hoffentlich reguläre 17. Festivalausgabe vorzubereiten“, teilte das Festival mit.

Publikumspreis für „Rheingold Extra“

Parallel zur Open-Air-Ausgabe gab es online eine Auswahl an Filmfavoriten früherer Jahrgänge unter dem Motto „Dahääm/At Home“ kostenlos als Stream zu sehen. Hier haben 7000 Zuschauer zu Hause am Bildschirm über ihren Lieblingsfilm aus dieser zwölf Filme starken Auswahl abgestimmt. Der daraus errechnete Publikumspreis „Rheingold Extra“ geht an den Film „Blaubeerblau“ von Rainer Kaufmann (mit 90 Prozent Zustimmung). Auf dem zweiten Platz landete „Der weiße Äthiopier“, auf dem dritten der „Tatort: Im Schmerz geboren“.