Aus der Pfalz Filmfestival auf Parkinsel gestartet

Filmfestival-Eröffnung: Mit dem Beitrag „Petra geht baden“ und Hauptdarstellerin Ulrike Kriener (Mitte) ging es am Mittwochabend
Filmfestival-Eröffnung: Mit dem Beitrag »Petra geht baden« und Hauptdarstellerin Ulrike Kriener (Mitte) ging es am Mittwochabend auf der Parkinsel in Ludwigshafen los.

Mit der Komödie „Petra geht baden“ und Hauptdarstellerin Ulrike Kriener hat am Mittwochabend die 21. Ausgabe des Festivals des deutschen Films in Ludwigshafen begonnen.

„Es ist ganz wunderbar hier, allein schon der Baumbestand“, schwärmte Ulrike Kriener („Kommissarin Lucas“) bei ihrem ersten Parkinselbesuch von den Platanen und genoss sichtlich die Nähe zum Publikum. „Das hat man sonst ja nicht bei einem Fernsehfilm.“ Ludwigshafen kenne sie bisher nicht, aber ganz früh in ihrer Karriere habe sie am Mannheimer Nationaltheater einmal vorgesprochen. Dass ein „doch eher kleiner Film über zwei ältere Leute, die ihre Ehe retten wollen“ als Eröffnungsfilm ausgewählt wurde, habe sie zwar überrascht. „Aber ich bin auch stolz darauf.“ Zumal der Film ja Fragen thematisiere, die im Grunde alle Generationen bewegen, vor allem, wie man Liebe festhalten kann. Die Eröffnung konnte wegen Problemen mit dem Ticketsystem erst 33 Minuten später als geplant starten.

Festivaldirektor Kötz fordert mehr Gemeinsinn

Das Festivalteam rechnet bis 7. September erneut mit 125.000 Filmbesuchen. „Wir sind stolz und vor allem froh darüber, soweit gekommen zu sein“, sagte Festivaldirektor Michael Kötz in seiner eindringlichen Eröffnungsrede, in der er über die Themen Egoismus und Rücksicht in der Gesellschaft sinnierte und für mehr Gemeinsinn und Mitmenschlichkeit plädierte. Die Festivalfilme spiegelten unsere Welt und machten begreifbar, was wichtig sei – vor allem über das Emotionale: „Man erfühlt die Dinge im Kino, verstehen tut man sie nur halb.“

Filmkunst sei „von ihrem Wesen her gemeinschaftlich, wendet sich gar nicht an uns als Einzelnen, sondern meint uns immer als Teil von Gesellschaft“, führte Kötz weiter aus. „Eher fühlen wir uns entmachtet im Kino als in unserem Selbst-Sein bestätigt. Und der Witz ist: Wir genießen das sehr. Ich behaupte, der weltweite Siegeszug der Kinematografie, in welcher technischen Form auch immer, hat seinen Grund darin, dass er uns die Last des Man-Selbst-Sein-Müssens nimmt, uns mit den Augen von anderen sehen lässt, uns zeigt, wie sehr wir Wesen sind, die allein gar nicht existieren könnten.“ Die Festivalgäste kämen außerdem nicht auf die Parkinsel, um einfach einen Film zu sehen, sondern „weil Sie 19 Tage lang ihr Dasein als Herdentiere genießen wollen“.

„Pause vom Egozentrismus“

Und er schloss: „Oder schöner gesagt: Weil Sie es lieben, sich unsere Geschichten eben nicht daheim allein erzählen zu lassen und lieber ein bisschen versinken wollen in einer Wirklichkeit, die mit dem so weit verbreiteten Egozentrismus ein paar Tage lang sehr wenig zu tun hat. Wir verschaffen uns, ohne es zu wissen, eine Pause genau davon, wollen mal aufatmen und uns in einem Gefühl bestätigen lassen, das uns immer das liebste ist: Dem wunderbaren Gefühl, nicht allein zu sein auf dieser Welt.“

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