Programmvorstellung Festspiele Ludwigshafen: Auftakt am 3. Oktober mit „Der Sturm“

Der Schauspieler Rainer Kühn in „Der Sturm – Die bezauberte Insel“, inszeniert von Pfalzbau-Intendant Tilman Gersch.
Der Schauspieler Rainer Kühn in »Der Sturm – Die bezauberte Insel«, inszeniert von Pfalzbau-Intendant Tilman Gersch.

Von einem „großen Balancespiel“ spricht Tilman Gersch, der Intendant der Pfalzbau Bühnen: Gestern hat er das Programm der diesjährigen Festspiele Ludwigshafen vorgestellt, die in Corona-Zeiten nicht leicht umzusetzen sind. So musste etwa die Werkschau der Schaubühne Berlin auf zwei Gastspiele schrumpfen.

Trotz noch mancher Unwägbarkeiten ist Tilman Gersch optimistisch gestimmt. Freude sollen die Festspiele vermitteln, Lebensfreude fühlen lassen. Beispielsweise gleich zur Eröffnung am 3. Oktober: Gersch selbst inszeniert Shakespeares Spätwerk „Der Sturm“ mit lediglich drei Schauspielern. Themen wie „das Verzeihen, Versöhnen und Bewusstsein von Fehlbarkeit“ hätten ihn besonders berührt in diesem „großartigen Werk“, so Gersch. Ebenso Begriffe wie „Anmut, Reinheit und Güte – freundliche Worte, die aus unserer Sprache fast verschwunden sind“.

Im Anschluss an die Premiere am Tag der deutschen Einheit spielt passend zu 30 Jahre Wiedervereinigung die 1987 in Ost-Berlin gegründete Underground-Kultband Herbst in Peking.

Manch Geplantes muss ausfallen

Zweite Eigenproduktion ist das ebenfalls von Gersch inszenierte Bürgerprojekt „Ratten Ludwigshafen“ nach Gerhart Hauptmann (ab 24. Oktober). „Wir gehen in das Leben der Stadt“, kündigt Gersch an, die Mitwirkenden haben auch eigenes Erleben einfließen lassen.

Beide Inszenierungen werden relativ häufig gespielt – auch da nicht alle eingeladenen Festspiel-Gastspiele stattfinden können. Ausfallen muss etwa die eingeplante Performance „Outside“ von Kirill Serebrennikov, der Russland nicht verlassen könne, so Gersch. Und die Werkschau der Berliner Schaubühne fällt kleiner aus als üblich: „Fräulein Julie“ mit Jule Böwe in der Regie von Katie Mitchell ist am 13. und 14. November wie geplant zu sehen. Am 4. und 5. Dezember aber wird nicht wie vorgesehen „Die Ehe der Maria Braun“ gespielt werden können. Die Schaubühne habe aber ein Gastspiel mit einem anderen Stück, dessen Titel noch bekannt gegeben werde, für das Wochenende zugesagt.

Marco Goecke neuer Tanz-Kurator

In der Festspielsparte Tanz, die ab dieser Spielzeit der renommierte Choreograf Marco Goecke als Kurator verantwortet, wird ein Auftritt des Tanztheaters Pina Bausch der Höhepunkt sein (10. bis 12. Dezember, voraussichtlich zu sehen: „Palermo, Palermo“). Hier gebe es bereits Wartelisten, so Gersch. Denn insgesamt dürfen derzeit lediglich 280 Plätze für die Große Bühne verkauft werden. „Das Publikum kann sich bei uns sicher fühlen“, betont Gersch und verweist auf das luftige große Haus mit seiner modernen Lüftung und breiten Treppen. Zudem bleibe im Saal immer eine Reihe frei.

Beim ersten großen Ballettabend der Festspiele (8./9. Oktober) gastiert Les Ballets de Monte-Carlo. Von Marco Goecke selbst wird am 13./14. Oktober die Choreografie „Lieben Sie Gershwin?“ zu sehen sein. Insgesamt umfassen die Festspiele 19 Produktionen, derzeit sind 31 Vorstellungen zwischen 3. Oktober und 12. Dezember geplant, das Budget beträgt 875.000 Euro.

Infos und Karten

  • www.theater-im-pfalzbau.de