Kommentar
Ein letzter Rekord? Das Festival des deutschen Films sollte nicht weiter wachsen
Das Flair des Festival des deutschen Films auf der Ludwigshafener Parkinsel ist einmalig. Besonders wenn, wie dieses Jahr, das Wetter mitspielt. Schier jeder Schauspiel- und Regiegast schwärmt von der Gastfreundschaft der Festivalleitung, der Atmosphäre und dem wissbegierigen Publikum – und das sind nicht bloß Lippenbekenntnisse. Das Filmfestival wird tatsächlich geschätzt. Selbst Deutschlands aktuelle Oscaranwärterin, Regisseurin Mascha Schilinski, war – schon vor ihrer Ehrung als beste Regisseurin des Festivals – angetan.
Dass es keine Premieren von Kinoarbeiten gibt und dass nicht alle der 27 Filme, die im Programmheft als „Stilbewusste Meisterwerke“ gekennzeichnet sind, echte Meisterwerke sind: Daran stören sich die Besucher und die geladenen Filmgäste keineswegs. Schließlich zählen die guten Gespräche, das Ambiente, der durchaus gute Wein für das Gros des Publikums durchaus mehr als der ausgewählte Film. Und manche kommen auch ohne Kinoticket.
Doch gerade hier stößt das Festival mit nun rund 135.000 Besuchern mittlerweile an seine Grenzen. An manchem Abend war das Gedränge doch zu groß, nicht nur Menschen mit Platzangst fühlten sich unwohl, wenn es scheinbar weder vor noch zurück ging auf der Hannelore-Kohl-Promenade: Diesmal ging alles gut aus, aber die Besucherströme müssten künftig besser verteilt werden – mit noch unterschiedlicheren Anfangszeiten von Filmen am besten. In puncto Lärmkonzept hat das Festival wiederum eine gute Lösung gefunden: Die abströmenden Besucher wurden konsequent Richtung „Schneckennudelbrücke“ abgeleitet, so dass es auf der Parkstraße ruhig blieb.


