Nachruf Der Unterschätzte: Zum Tod von Alexander Held

Wurde nur 67 Jahre alt: Alexander Held, hier bei Dreharbeiten zur ZDF-Krimireihe „Stralsund“ 2023.
Wurde nur 67 Jahre alt: Alexander Held, hier bei Dreharbeiten zur ZDF-Krimireihe »Stralsund« 2023.

Er war ein ganz Großer seines Fachs, dennoch kein laut gefeierter Star: Schauspieler Alexander Held, bekannt aus Krimis wie „München Mord“ ist mit 67 Jahren gestorben.

Wer beim Herumzappen auf einen Film mit Alexander Held stieß, blieb meist gebannt hängen: Der gebürtige Münchner, der nun völlig unerwartet verstorben ist, hatte eine unglaubliche Präsenz und Ausstrahlung. Mit seinem feinsinnigen Spiel und einem oft melancholischen Blick verlieh er noch den kleinsten Rollen Tiefe. Er konnte Respekt einflößen, ja Angst, aber auch Zuversicht verbreiten.

In „Der Schuh des Manitu“ (2001) spielte Alexander Held (rechts mit Rick Kavanian) den Autor Karl May.
In »Der Schuh des Manitu« (2001) spielte Alexander Held (rechts mit Rick Kavanian) den Autor Karl May.

Im Kino war er in Komödien wie „Der Schuh des Manitu“ zu sehen (als Karl May), aber auch im oscarnominierten Drama „Sophie Scholl – Die letzten Tage“. Darin spielte er 2005 den vorderpfälzischen Polizisten und Gestapo-Mann Robert Mohr, der die Sonderkommission leitete, die für die Suche nach der Widerstandsgruppe Weiße Rose verantwortlich war. Einen SS-Mann hatte Held zuvor 1993 in Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ und in „Der Untergang“ (2004) gespielt, eine Hollywoodkarriere aber war ihm trotz seiner rund 160 Filmrollen nicht vergönnt.

In „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ verkörperte Alexander Held den Pfälzer Gestapo-Mann Robert Mohr.
In »Sophie Scholl – Die letzten Tage« verkörperte Alexander Held den Pfälzer Gestapo-Mann Robert Mohr.

Wie viele große Schauspieler kam Alexander Held, selbst Sohn eines Schauspielers und zunächst vielversprechender Jugendtorwart bei 1860 München, aber auch Regensburger Domspatz, von der Bühne. Ausgebildet an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München war er gleich an den Münchener Kammerspielen engagiert, später spielte er am Staatsschauspiel Hannover, im Ensemble der Freien Volksbühne Berlin, am Theater Basel und bei den Salzburger Festspielen.

Immer elegant: Alexander Held 2025 beim Münchner Filmfest.
Immer elegant: Alexander Held 2025 beim Münchner Filmfest.

Seine Fernsehkarriere begann er sofort im Krimigenre, in „Derrick“. Treue Fans erspielte er sich dann in den ZDF-Samstagsreihen „Stralsund“ – seit 2010 als eher spröder Kommissar Karl Hiddde – und „München Mord“ – seit 2014 als intuitiver Ermittler Ludwig Schaller. Stark auch seine Auftritte in der Reihe „Tatort“, etwa 2014 im Murot-Stoff „In Schmerz geboren“ als Gangster mit Shakespeare-Vorliebe. Der Krimi gewann beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen den Publikumspreis und den Medienkulturpreis.

2016 am Set von „München Mord“ (von rechts): Alexander Held, Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier.
2016 am Set von »München Mord« (von rechts): Alexander Held, Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier.

Wie sein Sender ZDF mitteilte, starb Alexander Held bereits am 12. Mai mit 67 Jahren „überraschend nach kurzer Krankheit“. Laut „Bild“ soll es sich um eine Lungenentzündung gehandelt haben.

Frank Zervos, stellvertretender Programmdirektor des ZDF, schrieb in einer Würdigung: „Wenn ich an Alexander Held denke, dann denke ich an seinen hintergründigen, melancholischen Blick, der seinem Spiel eine philosophische Note gab und an seinen feinen Humor, mit dem er seine Rollen ausstattete. Alexander Held wird dem Film und Fernsehen sehr fehlen.“

x