TV RHEINPFALZ Plus Artikel Der Fernsehkrimi-Check: Tatort Frankenthal

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Sorgen sich: Lisa Bitter als Johanna Stern und Ulrike Folkerts als Lena Odenthal in »Tatort: Mike und Nisha«. Sie suchen nach einem verschwundenen älteren Ehepaar.

Fast ein Jahr: Elf Monate nach dem letzten Fall läuft der neue, 82. Ludwigshafener „Tatort: Mike & Nisha“ am 9. November (20.15 Uhr, Das Erste).

Das Wiedersehen mit den Kommissarinnen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) währt zunächst jedoch nur ganz kurz. Sie spurten durch ein Krankenhaus und verschwimmen schnell in der Unschärfe, bevor der Thriller um wenige Tage zurückspringt. Im „Tatort: Mike & Nisha“ folgen wir nämlich weniger ihnen, als eben den jungen Titelhelden Mike (Jeremias Meyer) und Nisha (Amina Merai). Sie bringen eine erfreulich große Portion Unbändigkeit und Abwechslung in die bereits 1989 gestartete Ludwigshafener Krimireihe.

Todbringende Nachbarschaft

Tatsächlich in Frankenthal, nicht Ludwigshafen, offenbaren sich dabei tödlich toxische Familien- und Nachbarschaftsverhältnisse. Mike Schaub und Nisha Nevarin, junge Verliebte kurz vor der Hochzeit, besuchen dort seine Eltern. Die beiden oberspießigen Frankenthaler werden von zwei Schweizern, Bruno Cathomas, dem ehemaligen Kommissariatsleiter im jüngst abgelösten Frankfurter „Tatort“-Team, und Judith Hofmann verkörpert.

Der Schäferhund des dreisten, neugierigen Nachbarn schnappt sich dann die Allergiker-Katze, während die andere, kaum minder neugierige Nachbarin das ganze, nicht zuletzt lautstarke Geschehen beobachtet und schließlich der Polizei meldet. Zwei eindringlich gestaltete Typen wie aus einem Stephen-King-Roman, dargestellt von Wolf Bachofner und Anna Stieblich, der Ehefrau, übrigens, von Didi Danquart, der zum dritten Mal als Regisseur hinter einem Ludwigshafener „Tatort“ steht.

Ein humorvoll-morbider Thriller

Die beiden Titelhelden werden zu Mördern, bevor nach einer knappen halben Stunde die Kommissarinnen wieder auf der Bildfläche erscheinen. „So ein schönes Paar, so unschuldig und so nervös“, stellt Odenthal aber gleich nach der ersten Begegnung fest. Die Täter werden offen geführt, das heißt die Zuschauer wissen immer mehr als die Kommissarinnen, die erneut von den jungen Berufsanwärtern Mara Hermann (Davina Chanel Fox aus Hochspeyer) und Nico Langenkamp (Johannes Scheidweiler) unterstützt werden.

Die Handlung bleibt überschaubar, das Personal und die Schauplätze sind ebenfalls knapp bemessen, bis die Perspektive sich erst im Finale weitet. Der im Grunde simpel gestrickte, aber effektiv umgesetzte, humorvoll morbide Thriller, ein Unikat in Odenthals langer Ermittlerlaufbahn, spielt erst gegen Ende spürbar in Ludwigshafen. Er nimmt die Baustelle der Hochstraße Süd und damit die Stadt endlich einmal so in den Blick, wie sie seit Jahren aussieht. Der nächste Ludwigshafener „Tatort“ sollte dann weniger lang auf sich warten lassen: Die Ausstrahlung von „Sashimi Spezial“, so der vorgesehene Titel, ist für das kommende Frühjahr geplant.

Unser Fernsehkrimikolumnist: Stefan Otto.
Unser Fernsehkrimikolumnist: Stefan Otto.
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