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Der Fernsehkrimi-Check: Der neue „Tatort“ aus Saarbrücken
Seit 2020 ist die Luxemburger Schauspielerin Brigitte Urhausen, die in der Südpfalz zu Hause ist und auch am Pfalztheater spielte, als Kommissarin Baumann im Team des SR-„Tatorts“. Diesen Sonntag rückt sie erstmals so richtig nach vorne.
Es ist lange nicht die erste Hauptrolle, die Brigitte Urhausen übernimmt, aber die erste in einem „Tatort“ und in einem Quartett, das von Beginn an die Kommissare Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) und Adam Schürk (Daniel Sträßer aus Völklingen) dominieren. Es ist neben den einzelnen Fällen, die es zu lösen gilt, vor allem deren bewegte Geschichte, die der Saar-„Tatort“ bislang in den Blick nahm und in Fankreisen fast schon zum Kult werden ließ. Nicht zuletzt im originellen Fall „Das Herz der Schlange“, den vor fünf Jahren bereits Luzie Loose in Szene setzte, die jetzt mit dem „Tatort: Das Böse in dir“ (
Zurück in die ungeliebte Heimat
Seit ihrem „Herz der Schlange“ zählen aber auch die beruflich gleichrangigen Kommissarinnen Esther Baumann (Brigitte Urhausen) und Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer) offiziell zum Ermittlerteam – nur aus dem Schatten ihrer Kollegen heraustreten, durften sie bisher noch kaum.
Das ändert sich nun, wenn Esther Baumann offenlegt, mit dem entlegenen Örtchen, in dem just ein IT-Unternehmer erstochen wurde, durchaus vertraut zu sein. „Scheiße, da bin ich aufgewachsen“, flucht sie in Saarbrücken, ohne jeden Willen erkennen zu lassen, in ihre Heimat zurückzukehren. Sobald sie es, nur Sekunden darauf, doch tut, ist es das erste Mal seit 30 Jahren und wir ahnen warum.
Shakespeare lässt grüßen
Hohenweiler, so der Name des fiktiven Dorfes, irgendwo dicht an der französischen Grenze – und wie ein Puzzle aus den Drehorten St. Ingbert, Saarwellingen, Kleinblittersdorf, Lebach und dem französischem Blies-Guersviller zusammengesetzt – offenbart sich nicht nur als grauer, unattraktiver Ort, tief im strukturschwachen Gebiet und im Wald, sondern auch als Hort einer anhaltend hasserfüllten Familienfehde.
Im „Tatort“ wird dabei auch auf Shakespeares „Romeo und Julia“ angespielt. Genauso lässt die Szenerie, die dem Saarland nicht zur Ehre gereicht, aber an Western denken oder sieht danach aus, als hätte sich ein Krimi in Edgar Reitz’ Hunsrücker „Heimat“-Zyklen verirrt. Die erbitterte Feindschaft der Familien Feidt und Louis prägt Hohenweiler in einem intensiven Krimi, der tief in Baumanns Biografie eintauchen lässt.
Auf Augenhöhe
Die Luxemburgerin Brigtte Urhausen, die für Jahre im Ensemble des Kaiserslauterer Pfalztheaters war, heute im Landkreis Südliche Weinstraße heimisch ist und am Vortag des „Tatorts“ Geburtstag hat, kommt damit im Quartett so ziemlich auf Augenhöhe mit ihren Mitspielern Daniel Sträßer und Vladimir Burlakov. Ines Marie Westernströer wird gewiss auch noch zum Zug kommen, nur vom einen zum nächsten SR-„Tatort“ dauert es eben immer ein ganzes Jahr.