Kino RHEINPFALZ Plus Artikel Cannes: Erneut ein deutscher Film im Wettbewerb

Regisseurin Valeska Grisebach zeigt ihren Film „Das geträumte Abenteuer“ im Wettbewerb von Cannes.
Regisseurin Valeska Grisebach zeigt ihren Film »Das geträumte Abenteuer« im Wettbewerb von Cannes.

Das gab es noch nie: im zweiten Jahr in Folge hat es ein deutscher Film in den Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes geschafft, das vom 12. bis 23. Mai stattfindet.

Festivalchef Thierry Frémaux kapitulierte bei Programmvorstellung am Donnerstag und bat die deutsche Cannes-Präsidentin Iris Knobloch, den Titel des Films von Valeska Grisebach, der in den Wettbewerb genommen wurde, korrekt deutsch auszusprechen: „Das geträumte Abenteuer“. Nach Mascha Schilinski im Vorjahr hat es zum zweiten Mal in Folge ein deutscher Film, eine deutsche Regisseurin, geschafft, um die Goldene Palme kämpfen zu können. Grisebach, 1968 in Bremen geboren, hatte schon zweimal den Filmkunstpreis des Ludwigshafener Festivals des deutschen Films gewonnen und war in Cannes bereits 2017 mit „Western“ in einer Nebenreihe. Ihr neuer Film hat allerdings kein deutsches Thema: In der Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei lässt sich eine Frau auf einen Handel ein, um einem alten Bekannten zu helfen.

Mit 21 Filmen bestückter Wettbewerb

Vielleicht klappt es diesmal für Sandra Hüller mit der Palme für die beste Darstellerin: In dem Wettbewerbsfilm „Fatherland“ des polnischen Regisseurs Pawel Pawlikowsi spielt sie Erika Mann – und Hanns Zischler Thomas Mann, mit August Diehl und Devid Striesow sind weitere deutsche Schauspieler dabei, denn es geht um den Kalten Krieg, als der berühmte Schriftsteller mit seiner Tochter von Frankfurt nach Weimar reist. Im aktuell mit 21 Filmen bestückten Wettbewerb ist die Konkurrenz hart: Pedro Almodóvars neuer Film „Bitteres Fest“ ist dabei, „Histoires parallèles“, der in Frankreich gedreht neue Film des Iraners Asghar Farhadi, Pedro Almodovars neuer Film „Bitteres Fest“ ist dabei, der in Frankreich gedrehte neue Film des Iraners Asghar Farhadi, neue Werke von Hirokazu Kore-Eda, dem Rumänen Cristian Mungui und dem Ungarn Lászó Nemes, die alle in Vorjahren Preise gewannen. In „Gentle Monster“ von der Österreicherin Marie Kreutzer spielen Jella Haase und Catherine Deneuve mit. Neben überraschend vielen neuen Namen im Wettbewerb verkündete Frémaux aber auch, dass es keine großen US-Studioproduktionen gibt – die Berlinale steht mit diesem Problem also nicht allein da.

Volker Schlöndorff mit neuem Film

In der Reihe „Un certain regard“, wo es auch Preise gibt, ist die 1985 in St. Petersburg geborene deutsche Regisseurin Katharina Rivilis mit ihrem Spielfilmdebüt „I’ll Be Gone“ vertreten. Volker Schlöndorff darf seinen neuen Film „Heimsuchung“ (mit Lars Eidinger, Martina Gedeck, Ulrich Matthes) nach dem Roman von Jenny Erpenbeck in einer Spezialvorstellung zeigen. Die neuen Filme von Nicolas Winding Refn, Ron Howard, Steven Soderbergh und Kiyoshi Kurosawa, sonst auf den Wettbewerb abonniert, werden diesmal in Sonderreihen gesteckt – wie die erste Regie-Arbeit des US-Schauspielers John Travolta. Das Programm ist noch nicht komplett.

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