Kultur 50 Zeilen Nachklang: Keine Rettung für Faust und Margarete

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Goethes „Faust“ ist derzeit irgendwie das ganz große Ding. In München dokumentiert eine fantastische Ausstellung in der Hypo-Kunsthalle die Rezeption des Goethe’schen Hauptwerkes in der Geschichte der Bildenden Kunst, von den Zeitgenossen des Weimarer Geheimrates bis in die Gegenwart. Und auch das Theater Heidelberg setzt in der aktuellen Spielzeit einen „Faust“-Schwerpunkt. Goethes Drama wird dabei ebenso gezeigt wie die Oper von Charles Gounod, dazu gibt es noch Podiumsdiskussionen rund um das Thema. Wobei man zumindest von einer Opern-Inszenierung nicht sprechen sollte. Was das Theater aber gleichwohl tut. Die Produktion läuft in der Musiktheatersparte, auch wenn man quasi im Kleingedruckten darauf verweist, dass es sich um eine „Heidelberger Neufassung“ der Gounod-Oper handele, die noch zusätzliche Texte verwende, vor allem Elfriede Jelineks „FaustIn and out“. Was man aber seitens des Theaters nicht sagt, ist, dass diese Heidelberger Fassung eigentlich keine Oper mehr ist, zu der einige zusätzliche Texte gesprochen werden, sondern eine Schauspielproduktion mit Teilen aus Gounods Partitur. Diese wird ziemlich respektlos wie ein Steinbruch verwendet, ohne Rücksicht auf ihre Dramaturgie wird gestrichen und umgestellt. Am schlimmsten aber ist, dass ständig in die Musik hineingesprochen, manchmal sogar hineingeschrien wird. Das hat Gounod dann wirklich nicht verdient. Nun mögen ja Schauspielfreunde sagen, das sei alles völlig normal. Kein Klassiker komme schließlich mehr in Originalgestalt auf die Bühne. Das mag ja sein, aber in der Oper sind solche Eingriffe bisher noch glücklicherweise die Ausnahme. Und es wäre schön, wenn das auch in Zukunft so bleiben könnte.

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