Kulturkolumne
50 Zeilen Lesebrücke: Der Jugendroman „Marilu“
Ein Roman über eine junge Frau, die das Leben herausfordert und dabei dem Tod immer so nah ist. Über eine junge Frau, die niemanden so sehr liebt, wie ihren Bruder Lasse und ihre Freundin Elli, und die genau diesen beiden Menschen so unendlich viel antut, zumutet – nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil sie nicht anders kann: Marilu – so auch der Titel des Romans von Tania Witte (der zwar erst am 11. März im Arena Verlag erscheint, aber schon jetzt im stationären Buchhandel per Click&Collect reservierbar ist) – hat eine bipolare Störung und lebt in Extremen. Wer ihr nahesteht, ist dem mit ausgeliefert.
Ein mitreißender Roadtrip
Elli, selbst alles andere als stabil, findet im Briefkasten jene Sonnenuhrkette, die sie Marilu an einem ganz besonderen Abend vor fast zwei Jahren geschenkt hat. Das ist ein Zeichen. Und die beigelegten Zeilen von Marilu sind ein Auftrag, ein Hilferuf. Für Elli und Lasse beginnt ein Roadtrip, der für die Leser mitreißender nicht sein könnte.
Tania Witte ist nicht einfach „nur“ Schriftstellerin. Sie ist Spoken-Word-Performerin und Journalistin. All das erklärt ihren Schreibstil: Witte schreibt fesselnd, fundiert, gründlich recherchiert, immer ganz nah und authentisch an ihren Figuren. Sie zeichnet psychologisch stimmige Porträts der drei Jugendlichen (und auch des erwachsenen Personals) und hinterlässt ihr Publikum nicht selten atemlos. „Marilu“ wurde mit dem Mannheimer Feuergriffel ausgezeichnet, so dass es nicht verwundert, dass manche Schauplätze am Neckar zu finden sind. „Marilu“, das sind 288 Seiten packender Roadtrip, in den denen die Leser verstehen lernen, was es bedeuten und wie schmerzhaft es sein kann, das Leben bis zu seinen Grenzen auszutesten.