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Freitag, 17. November 2017

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Becker, Fritz

 

„Man muss sich auch was trauen!“ – das hat der Jungwinzer von seinem Vater Friedrich gelernt. Der heutige Rotweinpapst im südlichsten Zipfel der Pfalz wurde vor vielen Jahren belächelt, als er auf Burgunder setzte. Erst später zeigte sich, dass er den richtigen Weitblick hatte.

Als Fritz Becker 2005 nach seinen Praktika in Österreich, den USA und Neuseeland in den heimischen Betrieb kam, war der Erwartungsdruck dann erst einmal groß. „Mein Vater ließ mir gleich freie Hand. Das war schon eine Überraschung“, erzählt der Weinbautechniker. Und so führt er die Traditionen fort, aber nicht ohne am Rotweinstil des Vaters ständig zu feilen. Für ihn gehen Tradition und Innovation Hand in Hand. So hat er beim 2009er Spätburgunder Rechtenbacher mehr Tanninstruktur eingebracht und die Extreme ausprobiert.

Fritz Becker ist für Keller und Vertrieb zuständig und dabei sehr froh, dass der Vater mit seinen 65 Jahren noch lange nicht an Ruhestand denkt. „Wir haben viel verbessert, wie die Traubenannahme ganz ohne Pumpen. Das hab ich vom Jogi gelernt“, erzählt der 33-jährige. Jogi? Dahinter verbirgt sich Hans-Jörg Rebholz, langer Freund des Vaters und Mitglied der „Fünf Winzer – Fünf Freunde“. Auch die nächste Generation profitiert von dieser langjährigen Weinfreundschaft. Privat und beruflich ist der junge Becker eigentlich rundum zufrieden. Ein großes Anliegen wäre es ihm allerdings, die internationale Anerkennung für deutschen Wein noch zu steigern. Dafür macht er seit neun Jahren mit Winzerkollegen jährlich eine Trockenweintour durch die USA. Jeden Tag stellen sie dabei Sommeliers und Journalisten deutsche Weine vor, im ständigen Kampf gegen die veralteten Klischees.

 

Ihre Deutsche Weinprinzessin

Anna Hochdörffer

 

Das Weingut:

Weingut Friedrich Becker,

Hauptstraße 29, 76889 Schweigen,

Telefon: 06342 290

Internet: www.friedrichbecker.de

Rebfläche: 23 Hektar,

Jahresproduktion: 100.000-140.000 Flaschen,

Hauptrebsorte: Spätburgunder