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Freitag, 15. Dezember 2017

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LEO - Weinlexikon

Das LEO-Lexikon Wein erklärt wichtige Begriffe rund um das Thema Wein. Hier finden Sie alle Folgen, die seit Januar 2006 veröffentlicht wurden. Autorinnen waren die Pfälzischen Weinköniginnen.

Das LEO-Weinlexikon gibt es auch als Buch im RHEINPFALZ-Shop zu kaufen.

Karen Storck aus Einselthum vertrat die Pfalz bis Oktober 2011 in Sachen Wein und gab ihr fachliches Wissen charmant an die LEO-Leser weiter.

Gabi Klein aus Neustadt-Diedesfeld war bis Oktober 2010 amtierende Weinhoheit. Die Hobby-Zauberin erwies sich auch beim LEO-Lexikon Wein als geistreich.

Patricia Frank aus Bockenheim hat als ihre Vorgängerin Woche für Woche interessante Beiträge rund ums Thema Wein verfasst. Sie wurde im Oktober 2008 zur Pfälzischen Weinkönigin gekürt.

Julia Becker übernahm 2007/2008 die Krone und repräsentierte in dieser Zeit den Pfälzer Wein. Auch sie erwies sich als Kennerin, wie in ihren Texten zu lesen war.

Susanne Winterling aus Niederkirchen amtierte 2006/2007 als Pfälzische Weinkönigin und blieb dem LEO-Lexikon Wein auch während ihrer Zeit als Deutsche Weinprinzessin 2007/2008 als Autorin erhalten.

Die erste Lexikon-Autorin, Katja Schweder aus Hochstadt, war 2005/2006 Pfälzische Weinkönigin und schrieb auch als Deutschen Weinkönigin 2006/2007 weiterhin Lexikon-Beiträge.

Begriffe in alphabetischer Reihenfolge

Gänsfüßer

 

Der Gänsfüßer ist eine alte rote Rebsorte, die vermutlich aus Südeuropa stammt. Sie war vor rund 500 Jahren die berühmteste Rebsorte der Pfalz. Der Name „Gänsfüßer“ leitet sich von der speziellen Blattform ab, den großen, tief fünflappig gebuchteten Blättern, die dem Fuß einer Gans ähneln. Synonyme sind Bockshorn, Buchser, Erlenbacher und Großrote.

Der Gänsfüßer ist eine sehr stark wachsende Rebe, die fast baumartig wirkt. Seine Triebspitzen sind kahl, glänzend grün und haben einen leicht bronzierten Schimmer. Die Blätter der Rebe sind sehr groß und derb. Auch die Trauben sind sehr groß, lang und locker hängend. Die Schalen der Traubenbeeren sind sehr dünn und bestechen durch ihre dunkelblaue bis graublaue Farbe.

Die Gänsfüßer-Rebe findet man auch in Österreich und in Südtirol. Sie eignet sich relativ schlecht zum Anbau im Weinberg, da sie sehr viel Platz in Anspruch nimmt, damit genug Trauben an ihr reifen können. Jedoch beeindrucken die entstehenden Weine durch ihre dunkelrote Farbe und eine besonders gute Lagerfähigkeit.

Auch der pfälzische Kurfürst Johann Casimir schien offenbar ein großer Liebhaber des in der Jugend von fruchtiger Säure geprägten Weins gewesen zu sein. Auf ihn geht der erste deutsche Rebsortenerlass vom 15. Juli 1584 zurück, nach dem kein Weinberg mit Gänsfüßer ausgehauen werden durfte, ohne einen neuen damit zu bepflanzen.

Trotzdem verschwand die Sorte wegen ihres sehr starken Wuchses und der unsicheren Erträge aus den Weinbergen. Als Hausrebe ziert der Gänsfüßer noch heute Häuser und Höfe. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz in Neustadt an der Weinstraße bemüht sich um die Erhaltung dieser historisch wertvollen, spätreifenden Sorte.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin