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Donnerstag, 19. März 2020 Drucken

Sport & Wellness

SUP-Yoga auf dem Eiswoog in Ramsen – Balanceakt inmitten der Elemente

Ganz schön wackelig: LEO-Redakteurin Carolin Keller bekommt von Taina Nacke-Langenstein eine Einführung im SUP-Yoga.

Ganz schön wackelig: LEO-Redakteurin Carolin Keller bekommt von Taina Nacke-Langenstein eine Einführung im SUP-Yoga. (Foto: crk)

Immer in Balance bleiben. (Foto: crk)

Wellengang herrscht auf dem Eiswoog in Ramsen glücklicherweise nicht – eine Wackelpartie auf dem Wasser ist meine SUP-Yoga-Premiere dennoch. Die Trendsportart kombiniert das Stand-Up-Paddling (SUP), das Stehen und Paddeln auf einem Surfbrett, mit klassischen Asanas, den Yoga-Übungen. Krieger, herabschauender Hund, Standwaage: An Land beherrsche ich die Haltungen nach fünf Jahren regelmäßiger Yoga-Praxis fast wie im Schlaf, auf dem See stellen sie eine echte Herausforderung dar. Kein Wunder, neben der richtigen Position muss ich vor allem die (innere) Balance finden – und dabei gefühlt jeden Muskel meines Körpers anspannen.

Loslassen fällt leicht

Gleichzeitig fällt mir das Loslassen, eines der wichtigsten Mantras im Yoga, hier mitten in der friedlichen Natur besonders leicht. Vogelgezwitscher, das Rauschen des Windes in den Bäumen, das Plätschern des angenehm kühlen Wassers, in das ich meine Hand tauche – die Geräusche und die Umgebung schärfen die Sinne und erden mich sofort. An diesem frühen Sonntagmorgen im Spätsommer bin ich mit Yoga-Lehrerin Taina Nacke-Langenstein (noch) alleine. Gelegentlich schwimmt eine Ente an uns vorbei und beäugt das Treiben interessiert. Sie zieht weiter, ebenso wie meine Gedanken im Kopf. Auf meiner eigenen kleinen Insel bin ich ganz für mich – und bei mir. Dieses Gefühl der Freiheit muss ich mir erarbeiten, körperlich wie mental.

Ohne Balance landet man im Wasser

Vom Steg am Ufer aus paddeln wir zur Mitte des Sees, wo Taina die Docking-Station installiert hat. Mit einem Haken befestigen wir unsere Boards, damit sie nicht abdriften. Das Abschweifen der Gedanken muss ich selbst ohne Hilfsmittel steuern. Tainas geführte Anfangsentspannung mit Atemübungen unterstützt mich dabei. Dann ist der Körper gefragt. Die klassischen Yoga-Flows auf dem Wasser schulen die intramuskuläre Koordination und den Gleichgewichtssinn. Am wichtigsten: Immer schön die Balance halten, sonst lande ich im Wasser!

Als akademisch ausgebildete Sportwissenschaftlerin und -medizinerin achtet Taina genau auf die korrekte Ausführung der Asanas. In ihrer Yoga-Akademie in Kirchheim bietet sie Hatha-Yoga-Kurse (auch eigens für Männer) und Workshops mit verschiedenen Schwerpunkten an. Darüber hinaus organisiert sie In- und Outdoor-Events, auch im Pfälzerwald. Seit Sommer 2019 veranstaltet sie das SUP-Yoga auf dem Eiswoog und dem Thiersee in Tirol. Statt auf herkömmliche Surfbretter setzt die Personal- und Yoga-Trainerin auf spezielle Matten, die deutlich mehr Stabilität und Kippsicherheit bieten. So können auch Senioren und Menschen mit (Bewegungs-) Einschränkungen praktizieren. Kinder (Seepferdchen als Nachweis) und (Profi-)Sportler gehören ebenfalls zu ihren Klienten.

Nicht umsonst erfreut sich die Sportart in den letzten Jahren bei Jung und Alt großer Beliebtheit. Inmitten der Natur scheint die Welt für mich einen kurzen Moment stillzustehen und die 90 Minuten vergehen wie im Flug. Die Entspannung wirkt noch lange nach – ebenso wie der Muskelkater. | Carolin Keller

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