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Donnerstag, 26. April 2018 Drucken

Sport & Wellness

»Ohne Angst können wir aufhören«: Travis Pastrana mit dem »Nitro Circus« in Mannheim

Extremsport-Legende: Travis Pastrana.

Extremsport-Legende: Travis Pastrana. (Foto: Nitro Circus/frei)

Travis Pastrana darf mit Fug und Recht als Extremsport-Legende bezeichnet werden.

Bei den X-Games, sozusagen den Olympischen Spielen der Extremsportler, gewann der 34-jährige US-Amerikaner mehr als zehn Goldmedaillen. Die meisten Siege errang er als Freestyle-Motocrosser, er war aber auch in anderen Disziplinen unterwegs, unter anderem fuhr er Rallye. Für Aufsehen sorgte Pastrana 2006, als er als erster Mensch überhaupt einen doppelten Rückwärtssalto mit seinem Motorrad erfolgreich landen konnte. Mit der Show „Nitro Circus“ gastiert er in Mannheim gastiert (Samstag, 8.12., 19.30 Uhr, SAP Arena, Kartentelefon: 01806-570070). Im Interview erzählt er, wieso es wichtig ist, Angst zu haben und warum ihm Auftritte in Deutschland Freude bereiten.

 

Herr Pastrana, um einen doppelten Rückwärtssalto auf dem Motorrad zu machen, muss man doch verrückt sein, oder?

Ein bisschen verrückt ganz bestimmt. Aber eigentlich lote ich nur aus, was machbar ist. Das Risiko, das ich dabei eingehe, ist mir durchaus bewusst und ich kalkuliere das immer mit ein. Insofern bin ich dann doch völlig normal.

 

Wie kamen Sie denn dazu, Freestyle-Motocrosser zu werden?

Mein erstes Motorrad habe ich schon mit drei Jahren von meinem Vater bekommen. Zunächst bin ich Rennen gefahren, bis ich 18 Jahre alt war, war ich Racer. Freestyle war dabei schon immer mein Hobby. Später wurde das schließlich zu meinem Beruf.

 

Waren Sie sich immer sicher, dass Sie eines Tages Profi werden?

Nicht direkt, aber es gab auch nie wirklich einen Plan B. Es ist aber einfach auch so, dass jeder Junge in irgendetwas der Tollste sein möchte. So war das auch bei mir, ich wollte eben der beste Extremsportler sein. Das hat mich schon immer angetrieben.

 

Welche Eigenschaften muss man haben, um es zu schaffen?

In erster Linie braucht man den unbedingten Willen, an sich selbst zu glauben. Ohne Selbstvertrauen geht gar nichts. Außerdem gehört auch eine gewisse Risikofreude dazu. Wer nichts riskieren möchte, der braucht erst gar nicht anzufangen.

 

Sie haben schon unzählige Sprünge und waghalsige Stunts absolviert. Gibt es da überhaupt noch so etwas wie Nervosität oder sogar Angst?

Natürlich bin ich noch nervös vor der Show. Und Angst habe ich auch, das haben wir alle. Wenn wir keine Angst mehr haben, dann können wir aufhören.

 

Wie meinen Sie das?

Durch die Angst wird man aufmerksamer und konzentrierter. Bei unseren Stunts ist höchste Konzentration gefordert. Es ist definitiv so, dass wir uns bei einfacheren Sprüngen öfter verletzen, als bei den ganz schwierigen. Dann ist nämlich die Konzentration manchmal nicht so da.

 

Kommen wir zum „Nitro Circus“. Was dürfen die Zuschauer denn von der Show erwarten?

Wir sind eine Gruppe von Leuten, die verrückte Dinge tun. Wir fliegen mit allem, was Räder hat, durch die Luft: mit Motorrädern, BMX-Rädern, Skateboards, Inline-Skates und vielem mehr. Es wird auf jeden Fall eine spektakuläre Sache.

 

Gibt es einen festen Ablaufplan oder ist der ganze Abend nur Improvisation?

Komplett planen können wir die Show gar nicht. Für die erste Hälfte des Abends gibt es schon einen groben Ablauf, in der zweiten Hälfte probiert dann jeder das Beste. Da geht es dann nur noch darum, den spektakulärsten Stunt zu zeigen.

 

Und wo sind die Grenzen bei den Stunts?

Wir sagen eigentlich immer, dass der Himmel das Limit ist. Da wir gerade in Europa oft in Hallen unterwegs sind, ist dort wohl das Dach die Grenze.

 

Was unterscheidet denn das deutsche Publikum von dem in den USA?

Der Unterschied zwischen einer Show in Florida und einer in Deutschland ist nicht so groß. Vor allem für das deutsche Publikum müssen wir immer das Beste zeigen, das wir draufhaben. Es ist schon so, dass die Erwartungshaltung sehr groß ist. Nach dem Motto: Jetzt zeig’ mir mal, was du so drauf hast. Mir macht das großen Spaß.

 

Sie selbst mischen ja auch noch kräftig mit im „Nitro Circus“. Die meisten der Kollegen sind aber deutlich jünger. Denkt man da nicht ans Aufhören?

Ich plane nicht meinen baldigen Rücktritt. Irgendwann möchte ich sicherlich mehr Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern verbringen, aber das hat noch Zeit. Ich bin eh nie älter geworden. Ich lebe noch immer diesen Traum, den ich schon als Junge hatte. Da bin ich nie rausgewachsen.

 

 

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