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Donnerstag, 10. Januar 2019 Drucken

Sport & Wellness

Kanin-Hop: »Tierschutzgerechter Umgang wichtig«

So sehen Sieger aus: Kanin-Hop-Champion.

So sehen Sieger aus: Kanin-Hop-Champion. (Foto: Kai Sander/frei)

Es gibt wohl nichts, was es nicht gibt: Beim Elefantenpolo lassen sich zwei Personen, ein Elefantenführer sowie ein Jockey mit langem Schläger, auf dem Rücken der Dickhäuter über das Spielfeld tragen und versuchen mit drei weiteren Elefanten samt Reitern als Mannschaft das gegnerische Team zu schlagen. Nachteil bei den überwiegend in Thailand ausgetragenen Wettkämpfen: Der Ball geht unter einem riesigen Elefantenhaufen verloren.

Menschen haben Spaß dran

Hierzulande dürfen die Tiere auch gerne mal etwas kleiner sein. Beim Kanin-Hop etwa hüpfen Kaninchen an der Leine über die Hindernisse in einem Parcours. Der Spaß daran ist groß, wie auch die wachsende Zahl an Wettbewerbsteilnehmern bundesweit beweist. „Vor 30 bis 35 Jahren begannen in Schweden einige Züchter ihre Kaninchen über Hindernisse springen zu lassen“, wie der Landesverband der Kaninchenzüchter Rheinland-Pfalz informiert. Dänische Kaninchenzüchter hätten es von den Schweden übernommen. 1995 sei Kanin-Hop das erste Mal in Deutschland aufgetaucht. Auch in der Pfalz gibt es eine rege Kanin-Hop-Gemeinde. Im Landesverband der Rassekaninchenzüchter Rheinland-Pfalz gibt es derzeit zwei aktive Kanin-Hop-Gruppen, die Happy Hoppers Lachen-Speyerdorf und die Bunny Hoppers Eppenbrunn. Die Happy Hoppers etwa stellen mit Anne-Kathrin Bauer und Marie-Kristin Bauer sogar amtierende Europa- und Vizeeuropameisterinnen in verschiedenen Disziplinen des Kanin-Hop. „In regelmäßigen Abständen werden im Verein Trainings veranstaltet. Der Kanin-Hop-Beauftragte organisiert dieses Training, gibt Ratschläge und legt die Schwierigkeitsklasse fest, in der die Kaninchen starten dürfen. Auch auf den Gesundheitszustand der Tiere achtet er und steht für Fragen zur Fütterung und Haltung zur Verfügung“, informiert die Kanin-Hop-Beauftragte des Landesverbandes, Stefanie Czeczor-Bauer.

Langsames Heranführen der Tiere

„Man sollte sich den Sport von erfahrenen Personen zeigen lassen“, rät auch Kai Sander aus Lemgo, der 2008 bei einem Zeltlager des ZDRKs (Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter) auf Kanin-Hop aufmerksam wurde und kurz darauf eine eigene Gruppe aufbaute. „Es ist zum Beispiel wichtig, es langsam angehen zu lassen und die Tiere anfangs nur über niedrige Hindernisse von zirka zehn Zentimetern springen zu lassen, um anschließend die Höhe nach und nach zu steigern.“ Auch wie häufig und mit welchen Hilfsmitteln die Kaninchen trainiert werden können, muss man erst lernen. „Für mich ist ein erfolgreiches Training, wenn die Tiere freiwillig über die Hindernisse springen, dies ohne Leine oder Geschirr tun und so gut wie nie vom Besitzer angefasst werden. Das Vorhandensein einer Hand neben dem Tier reicht oft, um es zu animieren“, verrät Sander, der Interessenten gerne Tipps und Kontaktadressen bereitstellt.

Gemeinsames Hobby für Mensch und Tier

Die Wettbewerbe werden zudem vom ZDRK überwacht, weshalb die Tierbesitzer dort Mitglied sein müssen. „Der tierschutzgerechte Umgang ist beim Kanin-Hop sehr wichtig. Es geht nicht um ein „höher, schneller, weiter“, sondern, dass Mensch und Tier Spaß am gemeinsamen Hobby haben“, erklärt Kai Sander. Ihm brachte das Training eine noch engere Bindung zu seinen Tieren und er beobachtet, dass gerade Kinder und Jugendliche von dem Sport profitieren. „Das reine Streichelkaninchen wird schnell langweilig, wohingegen der Sport zu mehr Verantwortungsbewusstsein führt. Die Pflege des Tieres macht dadurch mehr Spaß, das Kaninchen bekommt regelmäßig Bewegung, man lernt beim Training oder den Turnieren Gleichgesinnte kennen und schließt neue Freundschaften“, berichtet er und fügt hinzu, dass das Miteinander und der Tierschutz sogar wichtiger sind als Pokale und Titel.


Info

www.pfalzkaninchen.de, Kontakt: Walter Hennemann, Telefon: 06138-1540; jugend@kaninchen-pfalz.de, www.kaninhop-forum.de, http://kanin-hop.de.


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