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Mittwoch, 02. Oktober 2019 Drucken

TV & Kino

»Todesfrist – Nemez und Sneijder ermitteln«: Morden wie im »Struwwelpeter«

Jagen den „Struwwelpeter“-Mörder, der mit seinen Opfern grausame Spielchen treibt, mit allen Mitteln: Sabine Nemez (Josefine Preuß) und Maarten S. Sneijder (Raymond Thiry).

Jagen den „Struwwelpeter“-Mörder, der mit seinen Opfern grausame Spielchen treibt, mit allen Mitteln: Sabine Nemez (Josefine Preuß) und Maarten S. Sneijder (Raymond Thiry). ( | Fotos: Sat.1/Petro DomeniggDOPPELTERZEILENUMBRUCH)

Seiner Fantasie sind schon die schaurigsten Morde entsprungen: Andreas Gruber ist die österreichische Antwort auf Stephen King – der frühere Büroangestellte schreibt seit Jahren Horror-Romane und Fantasygeschichten wie am Fließband. Aus seinen Thrillern um die muntere Münchner Kommissarin Sabine Nemez und den finsteren Profiler Maarten S. Sneijder vom Bundeskriminalamt hat Sat.1 jetzt eine Krimireihe mit Josefine Preuß und Raymond Thiry in den Hauptrollen gemacht. Sie startet mit „Todesfrist“: In dem stereotyp gebauten Thriller führt ein irrer Killer die Polizei mit einer blutigen Schnitzeljagd an der Nase herum.

In der Romanadaption geschieht eine Serie grausamer Verbrechen, die von Geschichten aus dem „Struwwelpeter“ inspiriert sind. Der Täter entführt Frauen und verschickt Hinweise – werden seine Opfer nicht innerhalb von 48 Stunden gefunden, müssen sie sterben. Als erstes wird in der Münchner Frauenkirche eine Leiche gefunden: Die Frau wurde sehr frei nach der Geschichte von den schwarzen Buben mit Tinte erstickt. Ähnliche Taten gab es schon in anderen Städten.

Kurz darauf erhält die Psychologin Helene Berger (Mavie Hörbiger) ein Päckchen mit einem Schlüssel und einem abgeschnittenen Daumen – getreu der Geschichte vom Daumenlutscher. Ihr ist schnell klar, dass hinter der grässlichen Tat ein früherer Patient von ihr steckt. Bei der verzweifelten Suche nach ihm bringt sie sich selbst in Lebensgefahr und landet zuletzt sogar auf dem Foltertisch des psychopathischen Killers. Der entführt bis zum recht vorhersehbaren Showdown weitere Frauen und quält sie, während er dabei aus dem „Struwwelpeter“ zitiert, außerdem verschickt er Hinweise wie etwa einen Suppenlöffel, der an den Suppen-Kaspar erinnern soll.

Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder gehen den wenigen Spuren nach, die sie haben – die Ermittlungen führen sie nach Wien, wo der Film von Regisseur Christopher Schier zu großen Teilen entstand. Die Teamarbeit fällt den beiden aber nicht leicht, weil sie gar zu verschieden sind. Dabei hat Josefine Preuß als patente Polizeibeamtin einen etwas undankbaren Part. Die weitaus interessantere Figur ist der Joints rauchende, kahlköpfige Maarten S. Sneijder, der sich gegen seine peinigenden Kopfschmerzen Akupunkturnadeln in den Handrücken bohrt und jegliche Witze mit einem geknurrten „Versuchen Sie nie wieder, in meiner Gegenwart lustig zu sein“ verbietet.

Andreas Gruber, der kürzlich auch für den von Sebastian Fitzek gestifteten Literaturpreis „Viktor Crime Award“ nominiert war, hat bereits mehrere Bücher mit Nemez und Sneijder veröffentlicht. Der kürzlich erschienene fünfte Band „Todesmal“ ist schon kurz nach seiner Veröffentlichung auf den Bestsellerlisten gelandet. | wys

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