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Donnerstag, 07. November 2019 Drucken

TV & Kino

»MIDWAY – FÜR DIE FREIHEIT« VON ROLAND EMMERICH: Überall Helden

Entschlossen, das Gefecht für sich zu entscheiden: Bruno Gaido (Nick Jonas).

Entschlossen, das Gefecht für sich zu entscheiden: Bruno Gaido (Nick Jonas). ( | Foto: Universum/freiDOPPELTERZEILENUMBRUCH)

Abschied: Sturzkampfpilot Richard Halsey „Dick“ Best (Ed Skrein) mit Ehefrau Ann Best (Mandy Moore).

Abschied: Sturzkampfpilot Richard Halsey „Dick“ Best (Ed Skrein) mit Ehefrau Ann Best (Mandy Moore). ( | Foto: Universum/freiDOPPELTERZEILENUMBRUCH)

Wer es für ein lohnendes, einen ganzen Kinoabend wertes Sujet hält, dass Menschen einander in grausamen Kriegen abschlachten, der ist bei Roland Emmerichs Film über die japanisch-amerikanische Schlacht um die Midway-Inseln im Weltkriegsjahr 1942 richtig. An Aufwand fehlt es nicht – wie man das von Emmerichs pathetischen Weltuntergangsfilmen „Independence Day“ und „The Day After Tomorrow“ kennt. Ein Flugzeugträger wurde nachgebaut, ansonsten viel vor der Blue Screen gedreht, mit rechnergeneriertem Hintergrundgeschehen. Unzählige Uniformen hat man neu geschneidert, weil, als man altes Fundusmaterial sichtete, sich herausstellte, dass die Menschen zehn Zentimeter größer geworden sind. Das Ziel von alledem: die Kämpfe – der Angriff auf Pearl Harbour und die Midway-Schlacht – sollen nicht nur bombastisch, sondern auch realistisch und militärhistorisch korrekt ausfallen.

Seit 20 Jahren schwebt Emmerich dieser Film vor, aber mit seinem damaligen Brötchengeber Sony war kein Streifen zu machen, der eine entscheidende Niederlage Japans glorifiziert.

Zeigen will Emmerich, wie die Demokratie gegen den Faschismus verteidigt wird. Und das, so der Regisseur, sei heute aktueller als damals. Andererseits will Emmerich nach 80 Jahren niemandem zu nahe treten: Auf beiden Seiten agieren Helden. Ein Widerspruch? Nein, denn „den Krieg haben Politiker verursacht, nicht die Soldaten“. So einfach hat sich das schon Luis Trenker vor 90 Jahren mit seinen heldischen Kriegsfilmen gemacht, warum soll es nicht auch heute so gehen ...

Die Helden sind prominent besetzt: Patrick Wilson und Etsushi Toyokawa sind schon Jahre vorher über die bevorstehende Konfrontation beunruhigte Offiziere. Ed Skrein ist der (historische) Sturzbomberflieger, der seine Staffel zum Angriff auf die japanischen Flugzeugträger führte. Dennis Quaid und Woody Harrelson brillieren als Admiräle in Nebenrollen.

Die Botschaft, die schon bei den Trenker-Filmen kritisiert wurde: Es ist nicht pervers, sondern ganz normal, Konflikte kriegerisch zu lösen. Man kann aus der Geschichte lernen, muss aber nicht. | Roland Happersberger

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