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Donnerstag, 08. November 2018 Drucken

TV & Kino

Kleine große Gefühle: »Aufbruch zum Mond« mit Ryan Gosling

Von Carolin Keller

Gefährliche Mission: Neil Armstrong (Ryan Gosling) wagt den Weltraumflug zum Mond trotzdem.

Gefährliche Mission: Neil Armstrong (Ryan Gosling) wagt den Weltraumflug zum Mond trotzdem. (Foto: Universal/frei)

Zerrissen: Janet Armstrongs (Claire Foy) Gefühle wechseln zwischen Sorge um und Wut auf ihren Ehemann.

Zerrissen: Janet Armstrongs (Claire Foy) Gefühle wechseln zwischen Sorge um und Wut auf ihren Ehemann. (Foto: Universal/frei)

Donald Trump wird sich das neue Werk von Hollywoods Regiesuperstar Damien Chazelle nicht anschauen.

Das verkündete der nationalistisch geprägte Präsident, als er erfuhr, dass in dem Film bewusst auf den großen Moment verzichtet wurde, in dem Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin den Mond mit einer US-Flagge markieren. Statt patriotischem Heldentum feiert „Aufbruch zum Mond“ nämlich vielmehr einen persönlichen, stillen Moment seines Protagonisten.

Meisterhaft inszeniertes Biopic

Den wortkargen, introvertierten Abenteurer Armstrong hätte man nicht besser besetzen können. Ryan Gosling, mit dem Chazelle bereits in seinem gefeierten L.A.-Musical „La La Land“ zusammenarbeitete und der immer wieder für seine monoton wirkende Ausdrucksweise kritisiert wurde, verkörpert den unterkühlten Astronauten laut Kritikern grandios. Hinter der Fassade ist Armstrong ein gebrochener Mann. Als seine Tochter Karen im Alter von nur zwei Jahren an einem Gehirntumor stirbt, stürzt sich der dreifache Familienvater in die Arbeit. Nach seiner erfolgreichen Bewerbung bei einem Mondprogramm der Nasa, zieht Armstrong gemeinsam mit seiner Ehefrau Janet (Claire Foy) und den beiden Kindern nach Houston. Der Rest ist Geschichte: Als erster Mensch überhaupt betritt Armstrong im Juli 1969 den Mond. Doch die legendäre Apollo-11-Mission ist nicht nur Armstrongs persönlicher Triumph, sondern auch sein bisher gefährlichstes Unterfangen ...

Die Gefahren des riskanten Weltraumprogramms macht Regisseur Chazelle laut Kritikern eindrucksvoll deutlich. Während des Starts bebe der Kinosaal regelrecht, sodass sich der Zuschauer so fühle, als säße er mit in der Raketenkapsel. Für die atemberaubenden Bilder und Geräusche vor allem aus dem Weltraum, aufgenommen zum Großteil mit 70 mm-IMAX-Kameras, zeichnet wie bereits bei „La La Land“ Kameramann Linus Sandgren verantwortlich. Doch nicht nur visuell, auch erzählerisch wisse der Abenteuerfilm zu überzeugen. Das authentische Porträt rückt den Menschen Armstrong in den Mittelpunkt – und nicht den amerikanischen Helden.


Info

»Aufbruch zum Mond«: mit Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke; Regie: Damien Chazelle, USA 2018, 135 Minuten, ab 12 Jahren, Kinostart: 8. November »Aufbruch zum Mond«

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