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Donnerstag, 19. März 2020 Drucken

TV & Kino

»GROSSSTADTREVIER: SCHLÜSSELMOMENTE« – LETZTE FOLGE MIT SCHAUSPIELER JAN FEDDER: Abschied von einem echten Hamburger Jung

Trauer um Jan Fedder: „Schlüsselmomente“ ist die letzte Folge, in der der Hamburger Schauspieler zu sehen ist.

Trauer um Jan Fedder: „Schlüsselmomente“ ist die letzte Folge, in der der Hamburger Schauspieler zu sehen ist. (| Foto: ARD/Thorsten Jander/frei)

Es war die Rolle seines Lebens: Als Hamburger Kiez-Ermittler Dirk Matthies drückte Jan Fedder der Vorabend-Serie „Großstadtrevier“ seinen Stempel auf, seit 1992 hatte er in zahlreichen Folgen für Recht und Ordnung gesorgt. Ende 2019 starb der Publikumsliebling im Alter von 64 Jahren, nun ist er zum letzten Mal in seiner Paraderolle zu sehen – in der Folge „Schlüsselmomente“ spielt Jan Fedder noch einmal den raubeinigen Ermittler mit dem Herz auf dem rechten Fleck.

In der 447. Episode des TV-Dauerbrenners geht es um eine junge Frau aus schwierigen Verhältnissen, die bei einem Schlüsselmacher arbeitet. Als dieser stirbt und in das Geschäft eingebrochen wird, ruft das die Polizei auf den Plan – Dirk Matthies Aufgabe ist es, einen verdächtigen Schweizer zu observieren. Wer die Serie in jüngster Zeit gesehen hat, ahnt bereits, welcher Anblick ihn bei Fedders letztem Auftritt erwartet: Der TV-Star war in letzter Zeit sichtlich gealtert. Weil Fedder an den Rollstuhl gefesselt war, ermittelte er im Sitzen – erteilte am Schreibtisch gute Ratschläge, lauerte im Auto Ganoven auf oder spielte in einer Kiez-Spelunke Poker.

28 Jahre lang war Jan Fedder im „Großstadtrevier“ auf Gaunerjagd gegangen: ursprünglich als Revierpolizist, seit einigen Jahren als „Milieu-Ermittler“ ohne Uniform, dafür mit Jeans und Ledermantel. Doch zuletzt hatten dem Schauspieler gesundheitliche Probleme zu schaffen gemacht: 2012 wurde eine Krebserkrankung bei ihm diagnostiziert und er musste ein Jahr lang aussetzen, 2016 nahm er nach einem Sturz eine weitere Auszeit, er musste mehrfach operiert werden. Trotz allem wollte Jan Fedder weiterdrehen, das fiel ihm jedoch immer schwerer: In der 33. Staffel, die aktuell läuft, ist er nur noch in sieben von 16 Episoden zu sehen. Nach einem neuerlichen Sturz musste er die Dreharbeiten im September 2019 abbrechen, am 30. Dezember starb er in seiner Wohnung in Hamburg.

Jan Fedder war das Aushängeschild der Serie, bei der Trauerfeier im Hamburger Michel spielte der Organist die berühmte Titelmusik („Große Haie, kleine Fische...“). Zu seinen Ehren plant die ARD für Anfang Mai eine spezielle Abschiedsfolge, die etwas länger sein soll als die regulären Episoden – für das Special kamen seine Schauspielkollegen zu einem zusätzlichen Drehtag zusammen, gedreht wurde in der neuen Polizeiwache im Studio Hamburg. Wie der Sender bekanntgab, erhält Revierleiterin Frau Küppers (Saskia Fischer) einen Brief von Dirk Matthies, der die Chefin sprachlos mache und aus dem hervorgehe, dass Matthies nicht zurückkommen werde ...

Jan Fedder war ein echter Hamburger Jung: Er wuchs als Sohn eines Kneipenbesitzers und einer Tänzerin im Hamburger Stadtteil St. Pauli auf und feierte seinen Durchbruch 1981 in Wolfgang Petersens Kinofilm „Das Boot“.

Es folgten zahlreiche Auftritte im Fernsehen, bis er mit dem „Großstadtrevier“ die Rolle seines Lebens fand. Außerdem hatte die TV-Legende eine Hauptrolle in der lustigen NDR-Serie „Neues aus Büttenwarder“, die in einem fiktiven Dorf in Schleswig-Holstein spielt, und bewies in mehreren Verfilmungen von Werken seines Freundes Siegfried Lenz, dass er auch tragische Rollen meistern konnte. | wys

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