Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Donnerstag, 07. Februar 2019 Drucken

Kinder & Jugend

Wo Haie kreisen und Ameisen Pilze züchten: Unterwegs im Naturkundemuseum Karlsruhe

Im großen Riffaquarium des Karlsruher Naturkundemuseums: Haimann Kalli mit seiner neuen Mitbewohnerin.

Im großen Riffaquarium des Karlsruher Naturkundemuseums: Haimann Kalli mit seiner neuen Mitbewohnerin. (Foto: smnk/frei)

Kalamar (Foto: T. Treiber)

Kompassquallen (Foto: T. Treiber)

Fossilienfunde aus Südbaden (Foto: T. Treiber)

Augenverdreher: Chamäleon im Vivarium.

Augenverdreher: Chamäleon im Vivarium. (Foto: T. Treiber)

Jurassic Park: Flugsaurier-Modell im Lichthof.

Jurassic Park: Flugsaurier-Modell im Lichthof. (Foto: T. Treiber)

Malerisch: Gebirgsdiorama mit Gämsen.

Malerisch: Gebirgsdiorama mit Gämsen. (Foto: T. Treiber)

LEO unterwegs: Im Naturkundemuseum in Karlsruhe kann man Deutschlands größtes lebendes Korallenriff sehen, aber auch an Land lebende Tiere beobachten.

„Wieso heißt der Fisch denn Doktorfisch, wenn er gar kein Doktor ist?“, will die kleine Neunmalkluge wissen, die sich da just neben uns die Nase platt drückt am Riffaquarium des Karlsruher Naturkundemuseums. Gute Frage, doch welche Eltern würde sie nicht in Verlegenheit bringen? Auch der Vater der unschuldig-tückischen Fragestellerin lenkt lieber gekonnt ab: „Schau mal da oben, die Haie!“ Und wirklich drehen über uns, dicht unterhalb der Wasseroberfläche, zwei Schwarzspitzenriffhaie rastlos ihre Runden.

Im Duo tummeln sich die beiden Haie freilich erst seit kurzem. Im Januar stieß das 1,20 Meter lange Haiweibchen, das zuvor im Leipziger Zoo zu Hause war, zu dem kleineren Haimann, der Kalli heißt und schon seit 2016 durch Deutschlands größtes lebendes Korallenriff taucht. Das riesige Meerwasserbecken mit seinen bunten Kaiser-, Doktor-, Pinzett- und Anemonenfischen, mit seinen wogenden Euphyllia-Teppichen, seinen fächerförmigen Kaskaden aus Montipora-Platten und eben den beiden Haien ist die Hauptattraktion im Vivarium des Museums. Zu entdecken gibt es hier aber noch mehr. Zum Beispiel Würgeschlangen und Krokodile in großen Terrarien, lautlos schwebende japanische Kompassquallen oder blinde Höhlensalmler, die sich in der Finsternis ihres Lebensraums mit Hilfe eines Seitenlinienorgans orientieren.

Anschauliche Biologie: Wie sich Tiere an ihren Lebensraum anpassen

Ein bisschen ist es hier wie im Zoo. Was erklärt, warum dieses Museum bei Familien so beliebt ist. Allerdings ist der Ansatz pädagogischer. Die Aquarien- und Terrarienbewohner liefern hier Fallbeispiele für bestimmte biologische Aspekte wie Anpassung an den Lebensraum oder Formen der Fortbewegung. Dabei füllt das Vivarium nur einen Flügel des weitläufigen Hauses. An anderer Stelle wird, zum Beispiel, die Geologie des Oberrheins veranschaulicht, es gibt einen Saal voller Mineralien, außerdem naturhistorische Dioramen alter Schule, imposante Fossilien aus einem Jura-Meer, Dino-Modelle und eine „Welt der Insekten“, in der man, unter anderem, Blattschneiderameisen dabei zuschauen kann, wie sie die Schimmelpilzfarm, von der sie leben, hegen und pflegen.

Und der Doktorfisch? Auch wenn dessen Name am Ende ein Rätsel bleibt, hat man doch viele andere Erkenntnisse gesammelt. Und zahlreiche Naturphänomene bestaunt.


Info

Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, Erbrinzenstr. 13, geöffnet: Di-Fr 9.30-17 Uhr, Sa, So 10-18 Uhr; Infos zu Führungen und Kursen für Kinder: 0721 1752111, www.naturkundemuseum-karlsruhe.de |Kai Scharffenberger

Pfalz-Ticker