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Donnerstag, 08. März 2018 Drucken

Feste & Märkte

Strohwisch und buntes Flickenkleid: Stabaus in Neuleiningen und Hansel-Fingerhut-Fest in Forst

Von Roland Happersberger

In Forst: Hansel Fingerhuts lustige Streiche.

In Forst: Hansel Fingerhuts lustige Streiche. (Foto: TI/frei)

In Neuleiningen: Urtümlicher Stabaus.

In Neuleiningen: Urtümlicher Stabaus. (Foto: Kym Schober)

„Stabaus, Stabaus, dem Winter gehn die Aa aus“, dröhnt ein dumpfer, urtümlich, fast schaurig wirkender Gesang durch Neuleiningens Gassen.

Ächzend bewegt sich ein mehrere Meter hoher, schräg-stehender Strohwisch, von starken Männern gezerrt, über das Pflaster. Obenauf sitzt ein Kind mit Geißbockmaske, voraus zieht die große süße Brezel, und Kinder mit bunt gezierten Stabausstecken springen rund um das Strohgebinde. Wohl nirgends wird der Stabausbrauch, der weiter im Südosten eher Sommertagszug heißt, so urtümlich begangen wie im Burgdorf, nehmen die Organisatoren für sich in Anspruch. Dieses Frühlingsfest ist eine urpfälzische Angelegenheit, die sich – so die Volkskundeforschung – seit dem hohen Mittelalter vom Wormser Raum ausgehend rechts und links des Rheins ausgebreitet hat. Wesentliche Elemente wie die Stabausbrezel und der Kampf Sommer gegen Winter sind schon vor 500 Jahren bezeugt.

 

In Forst geht’s besonders pittoresk zu: Hier hat sich an den hiesigen Sommertagsbrauch ein alemannisches Fasnachtsspiel, das Neusiedler im 17. oder 18. Jahrhundert mitgebracht haben dürften, angelagert: Hansel Fingerhut neckt die jungen Frauen am Straßenrand mit rußigen Küssen, Nudelgret und Henrich Fähnrich machen beim mehrfach gebrachten bunten Spiel mit, zu dem aber auch die beiden mit Stroh und Efeu gezierten Kegel gehören, die Sommer und Winter symbolisieren.


Info

Hansel-Fingerhut-Fest – So 11.3., Forst: Zugstart 14 Uhr am nördlichen Dorfeingang, 15.30 Uhr letzte Aufführung und Winterverbrennung an der Trabergerhalle. www.forst-pfalz.de.

Stabaus – So 11.3., Neuleiningen: 13 Uhr Stabausbinden am oberen Tor, 14 Uhr Umzug zur Sandkaut mit Winterverbrennung und Versteigerung der Brezel. Infotelefon: 06359-8001-3002.

 


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