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Dienstag, 12. Dezember 2017

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Donnerstag, 07. Dezember 2017 Drucken

Höhepunkte

Von Ravels Schicksalsschlag und Gustaves großem Mut

Nach Walter Moers: „Wilde Reise durch die Nacht“ mit Schattenspiel und Spezialeffekten.

Nach Walter Moers: „Wilde Reise durch die Nacht“ mit Schattenspiel und Spezialeffekten. (Foto: J. Doering/frei)

Für Kinder: das Stück „Géologie d’une fable“.

Für Kinder: das Stück „Géologie d’une fable“. (Foto: R. Marou/frei)

Komponist als Puppe: Das „Konzert für eine taube Seele“ mit Pianistin Ragna Schirmer erzählt vom Leben Ravels.

Komponist als Puppe: Das „Konzert für eine taube Seele“ mit Pianistin Ragna Schirmer erzählt vom Leben Ravels. (Foto: G. Kiermeier/frei)

Figurentheater: Festival »Imaginale« in Baden-Württemberg.

Als geübter Komponist die Unfähigkeit ertragen zu müssen, mit Tonfolgen zu arbeiten: Dieses harte Schicksal traf Maurice Ravel. Der Schöpfer des berühmten „Boléro“ litt vor seinem Tod wohl an Amusie, einer Wahrnehmungsstörung ausgerechnet die Musik betreffend. Das Leben des französischen Komponisten und sein tragisches Ende liefern den Stoff für das Figurentheaterstück „Konzert für eine taube Seele“, mit dem das Puppentheater Halle in Mannheim die „Imaginale 2018“, ein großes Figurentheaterfestival, eröffnet.

 

Zum Puppenspiel erklingen Ravels eigene Werke, diesen Part übernimmt die Pianistin Ragna Schirmer. Schon bevor Ravel (geboren 1875, gestorben 1935) erkrankte, hatte er mit Niederlagen leben müssen: Er scheiterte mehrfach bei dem Versuch, den Wettbewerb um den „Prix de Rome“, einen begehrten Preis für Komponisten, zu gewinnen. Das Stück für Erwachsene ist am Donnerstag, 18. Januar, 20 Uhr, in der Alten Feuerwache in Mannheim zu sehen. An gleicher Stelle startet das Puppentheater Marburg am Fr 19.1., 20 Uhr, seine „Wilde Reise durch die Nacht“ nach Walter Moers (für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren). Der zwölfjährige Gustave will seine Seele noch nicht „in die Sonne werfen lassen“, er will also nicht sterben. Drei Prüfungen muss er bestehen, will er eine Chance haben, dem Knochenmann zu entkommen. Er soll eine Jungfrau befreien, sich selbst begegnen und außerdem an den Zahn eines Ungeheuers herankommen. Schattenspiel und Videoprojekt kommen in dieser Inszenierung ebenso zum Einsatz wie zahlreiche Requisiten, mit deren Hilfe Geräusche produziert werden.

Aufführungen für Kinder

Nicht nur Bühnenfassungen für Erwachsene, sondern auch Aufführungen für Kinder stehen im „Imaginale“-Programm, darunter „Géologie d’une fable – Vom Ursprung einer Geschichte“, eine deutsche Erstaufführung. Wann wird eine Geschichte geboren und wie? Als Wort, als Lied, als Tanz? Das libanesisch-französische Kahraba Collectif arbeitet mit Figuren, Bewegung, Malerei, Musik – und Lehm. Das 45-minütige Stück für Kinder ab 5 Jahren kommt ohne Worte aus (Di 23.1., 15 Uhr, Mannheim, Saal Junges Nationaltheater/NTM, Kartentelefon: 0621-1680302).

 

Das Internationale Figurentheaterfestival (18.1.-28.1.18) umfasst 32 Inszenierungen, die in 90 Auftritten in sechs Städten Baden-Württembergs gezeigt werden. Zugesagt haben 28 Gruppen und Solisten aus elf Nationen, darunter Großbritannien, Israel und Libanon. Gespielt wird nicht nur mit Puppen, sondern auch mit Objekten. In manchen Stücken kommt Sprache zum Einsatz, in anderen nicht. Und manche Akteure beschreiten leichtfüßig Grenzbereiche zu anderen Sparten wie Tanz oder Film.


Info

»Imaginale 2018«: Do 18.1.- So 28.1., Mannheim, Stuttgart, Ludwigsburg u.a., Info: www.imaginale.net, Karten für Mannheim: 0621-2939281. |ms

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