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Sonntag, 27. Mai 2018

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Badura, Markus

 

Kunstwerke aus Milch und Schaum

„Das Auge trinkt mit“, ist das Motto von Markus Badura. An tiefrote Weine aus schön geformten Stiel-gläsern denkt er dabei nicht. Vielmehr ist es der Milchschaum auf dem Cappuccino, der es dem 46-Jährigen angetan hat. Er versteht es wie nur wenige, Kunstwerke für die Kaffeetasse zu schaffen. Das beherrscht er so gut, dass er es bis zur World Latte Art Championship geschafft hat, der Weltmeisterschaft der Milchkunst. Er ist außerdem zweifacher „Deutscher Latte Art Meister“ und „Internationaler & Tiroler Latte Art Meister 2015“. Von Haus aus ist Markus Badura ein Barista: Er betreibt mit seiner Lebensgefährtin Nicola Göhring in Deidesheim seit 2012 die „Kostbar“. Ursprünglich habe man an eine Weinbar gedacht, erzählt er. „Aber davon gab es schon sehr viele.“ So legte man den Schwerpunkt auf Kaffee. Inzwischen weiß Badura, dass Kaffee und Wein sich gut verbinden lassen und viele Gemeinsamkeiten haben. „Weinfachleute machen Sensorik-Kurse mit Kaffee, weil er so viele Geschmacksnuancen hat.“ Auch Verkostungen, sogenannte Cuppings, gehörten zur Kaffeekultur, erklärt Badura, der sich allerdings auf das perfekte Topping für den Kaffee spezialisiert hat. Die Initialzündung brachte der Vorbesitzer der ersten Kaffeemaschine für die „Kostbar“. „Er hat sie vorgeführt und ein Herz auf den Kaffee gegossen“, erinnert sich Badura, der sich sofort selbst darin übte. Bald gehörte er zur Latte-Art-Szene und brachte es zu Meisterehren, was ihm Radio- und Fernsehauftritte und einen vollen Terminkalender bescherte. Inzwischen gestaltet er sogar farbige Motive von der Rose bis zur Friedenstaube. Außer einer ruhigen Hand spielen die Zutaten eine Rolle: Der Kaffee dürfe nicht frisch geröstet, der Eiweißgehalt der Milch nicht zu niedrig sein, erklärt Badura, der auch Kaffee- und Latte-Art-Seminare anbietet (Info: 6326 2480244, www.latte-art-badura.de). „Klar, wird man durch den Erfolg selbstbewusster.“ Er referiere inzwischen lässig vor großem Publikum über Kaffee. „Meine Freunde bestätigen mir aber, dass ich auf dem Boden geblieben bin“, schmunzelt er. In Deidesheim anzutreffen ist er auch noch: „Zwei Drittel des Jahres bin ich doch da“ – oft genug auch hinter der Theke der „Kostbar“.wig