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Sonntag, 27. Mai 2018

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Hammelmann, Harry

 

Seit 20 Jahren in Whisky verliebt

Den Tag Anfang September 1997 vergisst Harry Hammelmann nie: Es war sein Aha-Erlebnis in Sachen Whisky. Auf einer Motorradtour durch Schottland machte er in einem Pub Station, das auch Bett und Frühstück anbot. So konnte er sich abends einen guten Whisky gönnen. Ahnungslos suchte er sich aus dem Angebot von 150 Sorten eine Flasche aus, auf der eine besonders große Zahl stand: die 105. Im guten Glauben, einen sehr alten Whisky gefunden zu haben, nahm er einen kräftigen Schluck aus dem 3,5 Centiliter-Glas. „Da muss mir das Gesicht entglitten sein“, lacht er rückblickend. Ein älterer Schotte habe ihn aufgeklärt: Die 105 stand für 105 Proof, also für einen Alkoholgehalt von 60 Prozent. „Zusammen haben wir dann noch ein paar weitere Proben genommen“, erinnert Hammelmann sich. In diesem Urlaub entdeckte er nicht nur seine schottische Seele, auch der Whisky ließ ihn seitdem nicht mehr los. 2005 machte er seine Leidenschaft zum Beruf, gab sein Handwerk als Stukkateurmeister auf: In Speyer eröffnete er den „Scottsman Whisky Shop“, in dem er neben den Spirituosen auch Motto-Tastings und Reisen anbietet (06232 676290, www.scottsman.de). Das Doppel-T setzte er ganz bewusst: Es soll zeigen, dass er kein echter Schotte ist, sich aber „scottish“ fühle. „Scottish Man hätte es besser getroffen, war aber zu kompliziert.“ Tastings zum Thema „Whisky und Sherry“ hat Hammelmann zum Beispiel im Programm. „Dabei werden Sherrys aus Fässern verkostet, in denen anschließend der Whisky reifte“, erklärt er. Den Whisky gebe es für den Vergleich natürlich dazu. Auch bei Weinen könne man so vorgehen, schließlich lagere mancher Whisky im Burgunder- oder Tokajer-Fass. Augenzwinkernd beschreibt er das Tasting eines Whiskys aus einem Pfälzer Rieslingfass: „Es war interessant. Ich würde sagen, es ist wie in der Wissenschaft: Man muss nicht alles machen, was möglich ist“, schmunzelt er. Dass es auch gute Whiskys aus der Region gibt, bestreitet er nicht. Doch der schottische Whisky ist sein Steckenpferd geblieben. Dabei gibt es für ihn nicht die eine Lieblingssorte, es komme ganz auf die Umstände an: „Es gibt keine guten und keine schlechten Single Malts, es gibt nur die Kunst herauszufinden, wann welcher davon am besten schmeckt“.wig