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Sonntag, 27. Mai 2018

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Weber, Andreas

 

„Pfälzer Weine sind zugänglich“

 

Andreas Weber studierte Raum- und Umweltplanung in Kaiserslautern. Dass er heute zu den gefragten Sommeliers im Land gehört, hat er nicht zuletzt diesem Umstand zu verdanken. Aber der Reihe nach. Seine erste Berührung mit dem Thema Wein war wie bei so manch jungen Leuten heute auch in Form eines Mix-Getränks. „Als Handballer damals hab’ ich gerne Cola-Weiß getrunken“, erzählt der 51-Jährige, der seit 1996 im „Deidesheimer Hof“ arbeitet, dort Maître d’Hotel ist. Dass er dort nun für die Weinberatung der Gäste die Verantwortung trägt, hat er unter anderem einer Weinprobe mit Studienkollegen zu verdanken. Fünf Forster Riesling-Weine aus dem hervorragenden Jahrgang 1990, alle aus der Weinlage Ungeheuer und von fünf verschiedenen Winzern, haben er und seine Freunde damals im Vergleich probiert. Und seit dem hat ihn die Thematik nicht mehr losgelassen. Er könnte Genießern Weine wie ein Chemiker erklären, so gut kennt sich Weber, der vom Busche Verlag (Aral Schlemmer Atlas) unter die Top 50 der Sommeliers in Deutschland gewählt wurde, in der Materie aus. „Ich benutze aber lieber Bilder oder Farben, um Gästen einen Wein näher zu bringen“, erzählt er. Dabei gehe es aber nicht darum, andere von seiner Meinung zu überzeugen. Weber geht auf sein Gegenüber ein, entscheidet in einer Art Anamnese-Gespräch, wie er es nennt, welchen Wein er zu welchem Gericht empfiehlt. Burgunderweine, so sagt er, könnten dabei einfacher harmonieren als beispielsweise Rieslinge, die durch ihre Säure ganz markant auf die Zutaten wirkten. Beim Foodpairing gibt sich Weber eher klassisch. Natürlich könnten bestehende Konventionen bewusst aufgebrochen werden. „Doch es hat ja einen Grund, warum sich manche Thesen so lange halten“, erklärt er. Und so ist für ihn Weiß zum Fisch und Rot zum Fleisch weiterhin durchaus eine gute Grundlage. Die Pfalz als Anbaugebiet schätzt der Sommelier sehr. Das Niveau in der Breite lobt der Experte und auch die anhaltende Dynamik gerade unter den jungen Talenten. Auch die Vielfältigkeit hebt er hervor. „Pfälzer Weine sind zugänglich und es gibt viel zu entdecken“, sagt er. mgi