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Samstag, 26. Mai 2018

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Schneider, Harald

 

Mit Hausmannskost im „Weinrausch“

 

Nein, ein Gourmet ist er wahrlich nicht. Er ist ein echter Fan von Tiefkühlpizzen, zudem steht der Antivegetarier auf Spezialitäten des Kultimbisses „Currysau“. Und auch wenn er in seinem elften Fall in der mörderisch-vergifteten Weinszene entlang der Deutschen Weinstraße unterwegs war, um im „Weinrausch“ mehrere Mordfälle zu lösen: Ein frisch gezapftes Bierchen zieht der kauzig-skurrile Kriminalkommissar Reiner Palzki einem feinen Rebentropfen dann doch vor.

Dem „kulinarischen Genuss“ viel mehr zugewandt ist da sein Erfinder Harald Schneider. Der Schifferstadter Autor genießt (alles in Maßen wie er betont) neben einem kühlen Pils, einem alkoholfreien Weizen, einem exzellenten Kaffee, einem säurearmen Rotwein auch traditionelle Hausmannskost. Allerdings: Mit Rosenkohl und Roter Bete (wie im zehnten Fall „Tote Beete“ nachzulesen) haben es dann beide gleichermaßen nicht.

Weil Vielschreiber Schneider – der vierfache Vater arbeitet übrigens auch noch Vollzeit in einem pfälzischen Medienkonzern – seinen Protagonisten stets in regional bezogene Abenteuer jagt, kommt der 54-Jährige viel in der Pfalz herum. So führten ihn seine Recherchen zu „Weinrausch“ in den Rotwein-Keller der Winzergenossenschaft Herxheim; auch um dort den geeigneten Tropfen für die eigene Palzki-Wein-Edition auszuwählen. Für „Mordsgrumbeere“ (den 13. Fall) ließ sich Schneider bei der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ vom logistischen Aufwand der Kartoffelproduktion – von der Ernte über den Transport, die Lagerung und Verpackung bis hin zum Endverbraucher – inspirieren.

Im Februar erscheint mit „Parkverbot“ Schneiders 14. Genusskrimi. Und es scheint, auf Kommissar Palzki warten harte Zeiten. Denn der bekennende Sportmuffel bekommt von seiner Frau erst eine Diät, dann die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio aufgezwungen. Wenn das nicht die ersten Schritte Richtung „Genussexperte“ sind ... (cro)